GOT
Auch: AST · ASAT · Aspartat-Aminotransferase · Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
Die GOT — auf der Quelle als Aspartat-Aminotransferase (AST) geführt — ist laut IQWiG ein Enzym, das sich unter anderem in der Leber befindet und bei Lebererkrankungen oder -schäden vermehrt ins Blut abgegeben wird. Als Orientierung nennt die Quelle für Frauen ab 18 Jahren unter 35 U/l und für Männer unter 50 U/l. Anders als die GPT kommt die GOT auch in Muskeln einschließlich dem Herzmuskel vor — deshalb können anstrengender Sport oder eine Spritze in einen Muskel die Werte vorübergehend steigen lassen, ohne dass die Leber betroffen ist.
Was ist GOT?
Die GOT heißt auf der Quelle Aspartat-Aminotransferase (AST oder ASAT) und auf deutschen Befunden meist GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase). Das IQWiG beschreibt sie als Enzym, das sich unter anderem in der Leber befindet und bei Lebererkrankungen oder -schäden vermehrt ins Blut abgegeben wird.
Das entscheidende Wort in diesem Satz ist „unter anderem". Denn die GOT kommt laut Quelle auch in Muskeln vor, einschließlich dem Herzmuskel. Damit unterscheidet sie sich von der GPT, die vor allem in der Leber sitzt — und daraus folgt fast alles, was man über diesen Wert wissen muss:
Ein erhöhter GOT-Wert muss nicht von der Leber kommen. Die Quelle nennt ausdrücklich, dass eine Spritze in einen Muskel oder anstrengender Sport die Werte vorübergehend steigen lassen können, was unproblematisch ist.
Für Herz und Muskeln ist die GOT dagegen nicht der Wert der Wahl. Das IQWiG hält fest: Zur Diagnose von Herz- und Muskelschäden eignen sich andere Laborwerte besser, wie die Kreatinkinase, da sie in Muskeln in größeren Mengen vorkommen; für die Diagnose des Herzinfarkts wird zudem der Troponin-Wert verwendet.
Gelesen wird die GOT im Verbund mit den übrigen Leberwerten — Alkalische Phosphatase (AP), ALAT/GPT, Glutamat-Dehydrogenase (GLDH) und Cholinesterase (CHE). Das Verhältnis von AST und ALAT kann laut Quelle Hinweise auf mögliche Ursachen und die Schwere eines Leberschadens geben; welche Zahlen dabei wofür sprechen, nennt sie nicht.
GOT: Normalwerte und Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Frauen ab 18 Jahren[1] | unter 35 | U/l |
| Männer ab 18 Jahren[1] | unter 50 | U/l |
- Frauen ab 18 Jahren: Entspricht unter 0,585 µkat/l. Units und Mikrokatal beschreiben beide die Aktivität des Enzyms — also wie schnell es arbeitet.
- Männer ab 18 Jahren: Entspricht unter 0,835 µkat/l.
Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.
GOT zu hoch: mögliche Ursachen
Erhöhte Werte können laut IQWiG ein Hinweis auf eine Schädigung der Leber sein. Als Ursachen nennt die Quelle:
- eine Verfettung der Leber,
- bei sehr hohen Werten eine akute Leberentzündung (Hepatitis) oder eine Vergiftung — als Auslöser nennt die Quelle Virusinfektionen, starken Alkoholkonsum oder starkes Übergewicht; eine Lebervergiftung kann zum Beispiel durch Giftpilze oder eine Paracetamol-Überdosis ausgelöst werden,
- andere Lebererkrankungen wie einen Blutstau in der Leber,
- eine Entzündung der Gallengänge, etwa aufgrund von Gallengangssteinen.
Die häufigste Ursache ist laut IQWiG auch hier die Fettleber, oft durch übermäßigen Alkoholkonsum oder Übergewicht verursacht. Sie bleibt meist unbemerkt, kann aber fortschreiten. Die Quelle zieht daraus einen sachlichen Schluss: Erhöhte Leberwerte aufgrund eines ungesunden Lebensstils können auch ein guter Anlass sein, mehr für die Gesundheit zu tun.
⚠ Und der Punkt, der bei diesem Wert besonders oft greift: Nicht immer weisen erhöhte Werte auf ein Problem hin. Durch eine Spritze in einen Muskel oder anstrengenden Sport können die Werte vorübergehend steigen — bei der GOT häufiger als bei der GPT, weil sie auch in Muskeln vorkommt.
Ein Anstieg kann außerdem durch Medikamente verursacht werden, darunter auch pflanzliche Arzneimittel. Bei erhöhten Werten gehört deshalb ins ärztliche Gespräch, welche Mittel du einnimmst.
GOT zu niedrig: mögliche Ursachen
Die Quelle ist hier so knapp wie bei der GPT: Erniedrigte Werte haben normalerweise keine besondere medizinische Bedeutung. Gegebenenfalls wird der Wert nach einigen Monaten kontrolliert.
Es gibt dazu keine Ursachenliste — und es braucht auch keine. Ein GOT-Wert am unteren Rand ist kein Befund.
Was den Wert beeinflusst
- Muskelbelastung. Anstrengender Sport und sogar eine Spritze in einen Muskel können die Werte laut IQWiG vorübergehend anheben. Das ist der wichtigste Unterschied zur GPT.
- Medikamente, auch pflanzliche. Sie stehen in der Quelle unter den Ursachen erhöhter Werte.
- Alkohol und Körpergewicht. Beide führen laut Quelle häufig zur Fettleber.
- Die Begleitwerte. Das Verhältnis von AST zu ALAT gibt laut IQWiG Hinweise auf Ursache und Schwere eines Leberschadens — die GOT allein tut das nicht.
Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.
Wie gemessen wird
Um die GOT-Werte zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG etwas Blut ab, in der Regel aus einer Armvene.
Bestimmt wird sie meist, um Hinweisen auf Leber- oder Gallenwegserkrankungen nachzugehen — etwa bei Symptomen wie Urinverfärbungen, Übelkeit oder Schwellungen im Bauchraum. Eine Messung kann laut Quelle auch dazu dienen, Leberschäden frühzeitig zu entdecken; sinnvoll ist das zum Beispiel bei Medikamenten, die über die Leber abgebaut werden, bei sehr hohem Alkoholkonsum oder bei starkem Übergewicht.
Für die Einordnung zählen zwei Dinge. Erstens der Verbund: GOT und GPT werden zusammen gelesen, und ihr Verhältnis trägt eine eigene Information. Zweitens der Zeitpunkt: Wegen des Muskelanteils ist ein Wert kurz nach Sport, einer Spritze oder einer Muskelverletzung mit einem in Ruhe gemessenen nur eingeschränkt vergleichbar.
Häufige Fragen
Welcher GOT-Wert ist normal?
Das IQWiG nennt als Orientierung für Frauen ab 18 Jahren unter 35 U/l (unter 0,585 µkat/l) und für Männer unter 50 U/l (unter 0,835 µkat/l). Weil verschiedene Testverfahren im Einsatz sind, gibt jedes Labor eigene Referenzbereiche an — maßgeblich ist der auf deinem Befund.
Was ist der Unterschied zwischen GOT und GPT?
Beide sind Leberwerte, aber unterschiedlich spezifisch. Die GPT (ALAT) sitzt laut IQWiG vor allem in der Leber. Die GOT (AST) kommt dagegen auch in Muskeln einschließlich dem Herzmuskel vor — ein erhöhter GOT-Wert muss deshalb nicht von der Leber kommen. Das Verhältnis der beiden kann laut Quelle Hinweise auf Ursache und Schwere eines Leberschadens geben; welche Zahlen wofür sprechen, nennt sie nicht.
Kann Sport den GOT-Wert erhöhen?
Ja. Das IQWiG nennt anstrengenden Sport und sogar eine Spritze in einen Muskel als Gründe, aus denen die Werte vorübergehend steigen können — und hält fest, dass das unproblematisch ist. Weil die GOT auch in Muskeln vorkommt, greift dieser Effekt bei ihr stärker als bei der GPT. Für eine aussagekräftige Messung lohnt sich Abstand zu harten Belastungen.
Zeigt die GOT einen Herzinfarkt an?
Nein, dafür gibt es bessere Werte. Das IQWiG hält fest, dass sich zur Diagnose von Herz- und Muskelschäden andere Laborwerte besser eignen — etwa die Kreatinkinase, weil sie in Muskeln in größeren Mengen vorkommt — und dass für die Diagnose des Herzinfarkts zudem der Troponin-Wert verwendet wird.
Verwandte Werte
Du hast einen aktuellen Wert für GOT vor dir?
Clamira liest deinen Befund und ordnet deine Werte verständlich ein — im Zusammenhang statt Zeile für Zeile, mit Hinweisen zu Ernährung und Nährstoffen. Deine Daten bleiben dabei deinem Konto vorbehalten.
Jetzt kostenlos Blutwerte analysieren lassenKostenlos heißt: ein Personen-Profil und deine erste vollständige Auswertung, ohne Kreditkarte.
Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Aspartat-Aminotransferase (AST) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Alanin-Aminotransferase (ALAT) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt
Die Inhalte entstehen redaktionell auf Basis der unten genannten Quellen — Leitlinien, Fachgesellschaften und öffentliche Gesundheitsportale. Wir geben wieder, was dort steht, und stellen nichts daneben.