eGFR
Auch: geschätzte GFR · glomeruläre Filtrationsrate · GFR · eGFR nach CKD-EPI
Die eGFR ist die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate. Die GFR gibt laut IQWiG an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern, und ist deshalb das wichtigste Maß, um die Nierenfunktion zu beurteilen. Gemessen wird sie im Alltag nicht, sondern aus anderen Werten — meist dem Kreatinin — berechnet; das „e" steht für „estimated", also geschätzt. Einen bundesweit einheitlichen Referenzbereich gibt es für die eGFR nicht, und es gibt auch nicht nur eine Berechnungsformel. Maßgeblich ist deshalb der Bereich auf deinem Befund, und die Einordnung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.
Was ist eGFR?
Die Frage, um die es bei den Nierenwerten eigentlich geht, lautet: Wie viel Blut filtern die Nieren pro Minute? Das IQWiG beschreibt genau das als die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und nennt sie das wichtigste Maß, um die Nierenfunktion zu beurteilen.
Direkt messen lässt sich das im Alltag nicht. Deshalb wird die GFR geschätzt — daher das kleine „e" davor, für das englische „estimated". Grundlage ist meist der Kreatinin-Wert aus dem Blut, in den eine Rechenformel weitere Angaben einbezieht.
Daraus folgen drei Eigenschaften, die den Wert von einem gemessenen Laborwert unterscheiden:
Sie erbt die Schwächen ihrer Grundlage. Das Kreatinin hängt laut IQWiG stark von der Muskelmasse ab — wer mehr Muskeln hat, bildet mehr davon. Alles, was den Kreatinin-Wert verschiebt, verschiebt deshalb auch die daraus geschätzte GFR.
Es gibt nicht eine Formel, sondern mehrere. Auf Befunden steht deshalb manchmal ein Zusatz wie „nach CKD-EPI" oder „nach MDRD". Werte aus verschiedenen Formeln sind nicht ohne Weiteres vergleichbar — auch Clamira führt die Varianten getrennt und rechnet sie bewusst nicht ineinander um.
Sie ist eine Schätzung, keine Messung. Für die Fälle, in denen es genauer sein muss, gibt es andere Wege: Die Clearance-Seite des IQWiG hält fest, dass die Kreatinin-Clearance die tatsächliche GFR selten überschätzt und diese dann mithilfe anderer Substanzen gemessen werden muss — das kommt vor, wenn die GFR sehr niedrig ist.
⚠ Welche eGFR-Werte für welche Stadien einer Nierenschwäche stehen, sagt diese Seite bewusst nicht: Dazu liegt uns keine Aussage aus den zulässigen Quellen vor (Begründung unten).
eGFR: Normalwerte und Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene — eGFR[3] | kein einheitlicher Referenzbereich | ml/min/1,73 m² |
| Zum Vergleich: Kreatinin-Clearance, mit der die GFR abgeschätzt wird (anderer Marker)[1] | 95 – 160 | ml/min/1,73 m² |
- Erwachsene — eGFR: Wir nennen hier bewusst keine Spanne: Anders als zu Kreatinin und Kreatinin-Clearance führt gesundheitsinformation.de zur eGFR keine eigene Seite, und ein einheitlicher Bereich existiert schon deshalb nicht, weil verschiedene Berechnungsformeln im Umlauf sind. Das IQWiG hält für Laborwerte allgemein fest, dass der Bereich auf dem eigenen Befund maßgeblich ist — hier gilt das besonders.
- Zum Vergleich: Kreatinin-Clearance, mit der die GFR abgeschätzt wird (anderer Marker): ⚠ Diese Zeile gehört NICHT zur eGFR — sie steht hier, weil beide dieselbe Größe schätzen und dieselbe Einheit tragen. Angabe für Frauen über 18 Jahren (Männer: 98 – 156). Die Kreatinin-Clearance wird aus Blut UND 24-Stunden-Urin bestimmt, die eGFR dagegen aus einer Formel; die Zahlen sind deshalb nicht gleichzusetzen. Beide haben eine eigene Seite.
Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.
Was den Wert beeinflusst
- Alles, was das Kreatinin bewegt. Die eGFR wird meist daraus berechnet und erbt seine Abhängigkeiten: Muskelmasse, eine besonders fleischreiche Ernährung, starke Muskelverletzungen, Flüssigkeitsmangel und eine Schwangerschaft — das IQWiG nennt sie alle auf der Kreatinin-Seite.
- Die verwendete Formel. Steht auf deinem Befund „nach CKD-EPI" oder „nach MDRD", ist das keine Nebensache: Werte aus verschiedenen Formeln sind nicht ohne Weiteres vergleichbar.
- Das Alter. Die Nierenfunktion nimmt laut IQWiG im Alter natürlicherweise ab; auf der Kreatinin-Seite liegen die Referenzbereiche dort entsprechend höher.
- Das Labor. Ohne einheitlichen Bereich ist der auf dem eigenen Befund die einzige verlässliche Bezugsgröße.
Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.
Wie gemessen wird
Die eGFR wird nicht eigens gemessen, sondern berechnet — üblicherweise aus dem Kreatinin-Wert im Blut. Für die Blutabnahme gilt deshalb, was für das Kreatinin gilt: etwas Blut aus der Armvene.
Drei Punkte beim Lesen des Befunds:
Die Formel prüfen. Steht ein Zusatz wie „nach CKD-EPI" oder „nach MDRD" dabei, gehört er zum Wert. Zwei Zahlen aus zwei Formeln sind nicht dasselbe.
Den Bereich des eigenen Labors nehmen. Einen einheitlichen gibt es nicht.
Die Grundlage mitdenken. Weil die Schätzung meist auf dem Kreatinin beruht, wirkt alles mit, was dieses verschiebt — Muskelmasse an erster Stelle. Wer sehr muskulös ist oder sehr wenig Muskelmasse hat, bekommt eine Schätzung, die diesen Umstand mit abbildet.
Braucht es mehr Genauigkeit, gibt es andere Wege: die Kreatinin-Clearance aus Blut und 24-Stunden-Urin, das Cystatin C als zweiten Blutwert, und in seltenen Fällen laut IQWiG eine Messung der GFR mithilfe anderer Substanzen. Was in deinem Fall sinnvoll ist, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.
Häufige Fragen
Was ist die eGFR?
Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate. Die GFR gibt laut IQWiG an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern, und ist das wichtigste Maß, um die Nierenfunktion zu beurteilen. Weil sie sich im Alltag nicht direkt messen lässt, wird sie aus anderen Werten — meist dem Kreatinin — berechnet; das „e" steht für „estimated", also geschätzt.
Welcher eGFR-Wert ist normal?
Dafür gibt es keine allgemein gültige Zahl: Anders als zu Kreatinin und Kreatinin-Clearance führt gesundheitsinformation.de zur eGFR keine eigene Seite, und ein einheitlicher Bereich existiert schon deshalb nicht, weil verschiedene Berechnungsformeln im Umlauf sind. Maßgeblich ist der Bereich, den dein Labor auf dem Befund angibt.
Warum steht auf meinem Befund „nach CKD-EPI“ oder „nach MDRD“?
Das ist die Angabe, mit welcher Formel die Schätzung berechnet wurde. Es gibt mehrere gebräuchliche Formeln, und ihre Ergebnisse sind nicht ohne Weiteres vergleichbar — deshalb gehört der Zusatz zum Wert dazu. Auch Clamira führt die Varianten getrennt und rechnet sie bewusst nicht ineinander um. Für einen Verlauf lohnt es sich, Werte aus derselben Formel und demselben Labor nebeneinanderzulegen.
Was ist der Unterschied zwischen eGFR und Kreatinin-Clearance?
Beide schätzen dieselbe Größe — wie viel Blut die Nieren filtern — und tragen dieselbe Einheit, kommen aber auf verschiedenen Wegen dorthin. Die eGFR wird aus einer Formel berechnet, meist auf Basis des Kreatinin-Werts im Blut. Die Kreatinin-Clearance wird laut IQWiG aus einer Blutprobe UND dem über 24 Stunden gesammelten Urin bestimmt. Die Zahlen sind deshalb nicht gleichzusetzen; beide werden von deiner Ärztin oder deinem Arzt eingeordnet.
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Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Kreatinin-Clearance — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Kreatinin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt
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