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Kreatinin-Clearance

Auch: Clearance · Kreatinin-Clearance nach Cockcroft-Gault · Kreatininclearance

Kurz gesagt

Die Kreatinin-Clearance gibt laut IQWiG an, wie gut die Nieren Kreatinin aus dem Blut entfernen — mit ihr lässt sich die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abschätzen, also wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern. Als Orientierung nennt die Quelle für Frauen über 18 Jahren 95 bis 160 und für Männer 98 bis 156 ml/min/1,73 m². Bestimmt wird sie aus einer Blutprobe und dem über 24 Stunden gesammelten Urin. Ihr eigentlicher Zweck: Sie zeigt eine leicht gestörte Nierenfunktion, die der Kreatinin-Wert allein noch nicht anzeigt.

Was ist Kreatinin-Clearance?

Der Kreatinin-Wert im Blut hat eine bekannte Schwäche: Er steigt erst merklich, wenn die Nieren schon einen erheblichen Teil ihrer Leistung verloren haben. Die Kreatinin-Clearance schließt genau diese Lücke.

Sie gibt laut IQWiG an, wie gut die Nieren Kreatinin aus dem Blut entfernen. Damit lässt sich relativ unkompliziert die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abschätzen — die gibt an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern, und ist laut Quelle das wichtigste Maß, um die Nierenfunktion zu beurteilen.

Die Quelle benennt den Nutzen mit einem eigenen Fachbegriff, und er ist der Kern dieser Seite: Der Wert ist vor allem dann wichtig, wenn die Nieren noch nicht stark geschädigt sind und sich das Kreatinin im Blut in einem normalen bis grenzwertigen Bereich bewegt. Fachleute sprechen dann vom „kreatininblinden Bereich" — eine leicht gestörte Nierenfunktion zeigt sich oft noch nicht im Kreatinin-Spiegel, wohl aber in der Kreatinin-Clearance.

Der Preis dafür ist der Aufwand. Berechnet wird sie aus der Kreatinin-Konzentration im Blut und im Harn: Dafür wird Blut abgenommen und zusätzlich über 24 Stunden aller Urin in einem speziellen Becher gesammelt. Für die Berechnung werden laut Quelle auch Körpergröße und -gewicht einbezogen, damit das Ergebnis vergleichbarer wird.

Eine Grenze nennt die Quelle ebenfalls: Selten überschätzt die Kreatinin-Clearance die tatsächliche GFR — dann muss diese mithilfe anderer Substanzen gemessen werden. Das kommt vor, wenn die GFR sehr niedrig ist; meist reicht die Clearance aber aus.

Kreatinin-Clearance: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für Kreatinin-Clearance mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen über 18 Jahren[1]95 – 160ml/min/1,73 m²
Männer über 18 Jahren[1]98 – 156ml/min/1,73 m²
  • Frauen über 18 Jahren: Die 1,73 m² sind laut Quelle ein Normierungsfaktor und entsprechen der mittleren Körperoberfläche einer 75 Kilogramm schweren Person. ⚠ Bei diesem Wert ist der NIEDRIGE Wert der auffällige — umgekehrt zu Kreatinin und den Leberwerten.
  • Männer über 18 Jahren: Die Bereiche hängen laut Quelle nicht nur vom Geschlecht ab: Bei Kindern ist der Wert durchschnittlich höher als bei Erwachsenen, im höheren Alter nimmt er ab.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Kreatinin-Clearance zu hoch: mögliche Ursachen

Hier dreht sich die gewohnte Leserichtung um: Grundsätzlich hat eine erhöhte Kreatinin-Clearance wenig medizinische Bedeutung. Sie weist laut IQWiG darauf hin, dass die Nieren mehr Blut filtrieren als üblich.

Als Ursachen nennt die Quelle zwei:

  • Eine Schwangerschaft — dort kommt das natürlicherweise vor.
  • Frühe Stadien von Diabetes, die ebenfalls mit erhöhten Werten einhergehen.

Sinnvoll kann es laut IQWiG trotzdem sein, die Ursache zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt zu klären; dann lässt sich entscheiden, ob weitere Maßnahmen nötig sind.

Kreatinin-Clearance zu niedrig: mögliche Ursachen

Eine erniedrigte Kreatinin-Clearance ist laut IQWiG ein Hinweis darauf, dass die Nieren nicht gut funktionieren. Daraus kann sich eine chronische Nierenschwäche entwickeln, die langfristig zu Folgen wie Blutarmut, Knochenschäden und Übersäuerung führen kann.

Als Ursachen einer gestörten Nierenfunktion nennt die Quelle:

  • Nierensteine, die verhindern, dass der Urin richtig abfließt,
  • allergische Reaktionen auf Medikamente und Kontrastmittel, Vergiftungen oder eine Sepsis,
  • eine chronische Nierenschwäche, die oft als Folge von Diabetes oder Bluthochdruck entsteht; auch Entzündungen der Niere und andere Erkrankungen kommen infrage,
  • die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS).

Was du tun kannst: die Ursache ärztlich abklären lassen — die Quelle nennt das ausdrücklich wichtig, weil eine eingeschränkte Nierenfunktion ernsthafte Folgen haben kann. Mit weiteren Untersuchungen wie einem Ultraschall lassen sich die Nieren genauer ansehen, und dann lässt sich besprechen, ob eine Behandlung nötig ist und welche. Liegt den niedrigen Werten eine Krankheit zugrunde, ist es wichtig, diese zu behandeln. Sind die Nieren stark geschädigt, wird laut Quelle häufig eine Nierenersatztherapie (Dialyse) nötig.

Was den Wert beeinflusst

  • Die Sammelgenauigkeit. Der Wert wird aus Blut UND dem 24-Stunden-Urin berechnet. Die Quelle betont, dass es wichtig ist, den ärztlichen Anweisungen beim Sammeln genau zu folgen — fehlt eine Portion, stimmt die Rechnung nicht.
  • Körpergröße und -gewicht. Sie gehen laut Quelle in die Berechnung ein, damit das Ergebnis vergleichbarer wird.
  • Das Alter. Bei Kindern liegt der Wert durchschnittlich höher, im höheren Alter nimmt er ab.
  • Eine Schwangerschaft. Sie hebt den Wert natürlicherweise an.
  • Alles, was die Nierendurchblutung und -funktion verändert — dieselben Faktoren, die auch das Kreatinin bewegen.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.

Wie gemessen wird

Die Bestimmung ist aufwendiger als bei jedem anderen Wert dieses Lexikons, und der Aufwand hat einen Grund.

Gebraucht werden zwei Proben: Blut, in der Regel aus der Armvene — und aller Urin über 24 Stunden, gesammelt in einem speziellen Becher. Die Quelle hält ausdrücklich fest, dass es dabei wichtig ist, den ärztlichen Anweisungen genau zu folgen. Aus beiden Konzentrationen berechnet das Labor die Clearance und bezieht dabei Körpergröße und -gewicht ein.

Wann das sinnvoll ist, sagt die Quelle klar: wenn geprüft werden soll, ob die Nieren ausreichend gut arbeiten — für die Diagnose, aber auch um Veränderungen oder die Wirkung einer Behandlung zu verfolgen. Besonders wichtig ist das bei Diabetes, Bluthochdruck oder Medikamenten, die die Nieren schädigen können.

Und der eigentliche Vorteil gegenüber dem einfachen Kreatinin-Wert: Im kreatininblinden Bereich — wenn das Kreatinin im Blut normal bis grenzwertig ist — zeigt die Clearance eine leichte Funktionsstörung, die der Blutwert allein noch nicht anzeigt.

Häufige Fragen

Welche Kreatinin-Clearance ist normal?

Das IQWiG nennt für Frauen über 18 Jahren 95 bis 160 und für Männer 98 bis 156 ml/min/1,73 m². Die 1,73 m² sind ein Normierungsfaktor und entsprechen der mittleren Körperoberfläche einer 75 Kilogramm schweren Person. Die Bereiche hängen auch vom Alter ab: Bei Kindern liegt der Wert durchschnittlich höher, im höheren Alter nimmt er ab.

Warum muss ich 24 Stunden Urin sammeln?

Weil die Clearance aus zwei Konzentrationen berechnet wird: der von Kreatinin im Blut und der im Harn. Dafür wird Blut abgenommen und zusätzlich über 24 Stunden aller Urin in einem speziellen Becher gesammelt; für die Berechnung werden laut IQWiG auch Körpergröße und -gewicht einbezogen. Die Quelle hält ausdrücklich fest, dass es wichtig ist, den ärztlichen Anweisungen beim Sammeln genau zu folgen.

Was ist der kreatininblinde Bereich?

So nennen Fachleute laut IQWiG den Bereich, in dem sich das Kreatinin im Blut normal bis grenzwertig bewegt und deshalb allein nicht aussagekräftig ist. Eine leicht gestörte Nierenfunktion zeigt sich dort oft noch nicht im Kreatinin-Spiegel, wohl aber in der Kreatinin-Clearance. Genau dafür wird der aufwendigere Wert bestimmt.

Ist eine erhöhte Kreatinin-Clearance schlecht?

Grundsätzlich hat sie laut IQWiG wenig medizinische Bedeutung — sie weist darauf hin, dass die Nieren mehr Blut filtrieren als üblich. Als Ursachen nennt die Quelle eine Schwangerschaft, wo das natürlicherweise vorkommt, sowie frühe Stadien von Diabetes. Bei diesem Wert ist also der niedrige der auffällige, nicht der hohe. Sinnvoll kann es trotzdem sein, die Ursache ärztlich klären zu lassen.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Kreatinin-Clearance — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Kreatinin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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