PDW
Auch: Thrombozytenverteilungsbreite · platelet distribution width · Verteilungsbreite der Blutplättchen
Die PDW (Thrombozytenverteilungsbreite) beschreibt, wie unterschiedlich groß die Blutplättchen sind — sie verhält sich zum MPV wie die RDW zum MCV: Der eine Wert nennt den Durchschnitt, der andere die Streuung. Für die PDW gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich; maßgeblich ist der Bereich, den dein Labor auf dem Befund angibt. Für sich genommen ist sie keine eigenständige Aussage: Gelesen wird sie zusammen mit der Thrombozytenzahl und dem MPV, und die Einordnung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.
Was ist PDW?
Die PDW — englisch „platelet distribution width" — beschreibt die Streuung der Blutplättchen-Größen. Sie beantwortet die Frage: Sind alle Plättchen ungefähr gleich groß, oder liegen sie weit auseinander?
Damit ist sie das Gegenstück zur RDW auf der Seite des roten Blutbilds. Die Systematik der vier Werte ist dieselbe:
- Thrombozytenzahl — wie viele Blutplättchen?
- MPV — wie groß im Durchschnitt?
- PDW — wie unterschiedlich groß?
- (Beim roten Blutbild entsprechen dem: Erythrozytenzahl, MCV und RDW.)
Wie MPV und RDW ist die PDW ein Rechenwert aus der automatischen Blutbild-Messung. Sie erscheint mit, ohne eigens angefordert zu werden, und lässt sich nicht gezielt beeinflussen.
Und wie beim MPV gilt: Weil es keinen einheitlichen Referenzbereich gibt, stehen zwei Zahlen aus zwei Laboren nicht ohne Weiteres auf derselben Grundlage. Für einen Verlauf lohnt es sich deshalb, Werte aus demselben Labor nebeneinanderzulegen.
⚠ Was ein hoher oder niedriger PDW-Wert medizinisch bedeutet, steht auf dieser Seite bewusst nicht — dazu veröffentlicht keine der Quellen etwas, auf die sich Clamira stützt. Die Begründung steht unten bei den Quellen; eine Deutung ohne Beleg wäre auf einem Gesundheitsthema die schlechtere Antwort als keine.
PDW: Normalwerte und Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene[1] | kein einheitlicher Referenzbereich | % |
- Erwachsene: Wir nennen hier bewusst keine Spanne: Für die PDW gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich. Anders als für MCV, MCH und MCHC führt gesundheitsinformation.de zu diesem Wert keine eigene Seite. Das IQWiG hält für Laborwerte allgemein fest, dass Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen können und man sich stets nach dem Bereich auf dem eigenen Befund richten sollte. Manche Labore berichten die PDW zusätzlich in Femtolitern statt in Prozent — das sind zwei verschiedene Größen.
Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.
Wie gemessen wird
Die PDW wird nicht eigens gemessen, sondern vom Blutbild-Automaten aus derselben Messung berechnet wie die Thrombozytenzahl und das MPV. Für die Blutabnahme gilt deshalb dasselbe wie fürs kleine Blutbild: etwas Blut aus der Armvene, nüchtern musst du nicht sein.
Drei Punkte fürs Lesen des Befunds:
Die PDW steht nie für sich. Sie ergänzt Thrombozytenzahl und MPV; allein trägt sie keine Aussage.
Dasselbe Labor für den Verlauf. Weil es keinen einheitlichen Referenzbereich gibt, ist der Bereich auf dem eigenen Befund die einzige verlässliche Bezugsgröße — zwei Zahlen aus zwei Laboren stehen nicht ohne Weiteres auf derselben Grundlage.
Die Einheit prüfen. Manche Labore geben die PDW in Prozent an, andere in Femtolitern. Eine Zahl aus der einen Fassung lässt sich nicht im Bereich der anderen nachschlagen.
Was ein auffälliger Wert bedeutet, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt zusammen mit dem übrigen Blutbild ein.
Häufige Fragen
Welcher PDW-Wert ist normal?
Dafür gibt es keine allgemein gültige Zahl: Für die PDW existiert kein bundesweit einheitlicher Referenzbereich, und anders als zu MCV, MCH und MCHC führt gesundheitsinformation.de zu diesem Wert keine eigene Seite. Labore setzen eigene Bereiche an und berichten teils in Prozent, teils in Femtolitern. Maßgeblich ist der Bereich, der auf deinem eigenen Befund steht.
Was ist der Unterschied zwischen PDW und MPV?
Das MPV nennt die durchschnittliche Größe der Blutplättchen, die PDW ihre Streuung — also wie unterschiedlich groß sie sind. Dasselbe Verhältnis besteht beim roten Blutbild zwischen MCV und RDW. Beide Werte ergänzen die Thrombozytenzahl, die sagt, wie viele Blutplättchen überhaupt da sind.
Was bedeutet eine erhöhte oder erniedrigte PDW?
Dazu sagen wir hier bewusst nichts. Anders als zu MCV, MCH und MCHC führt gesundheitsinformation.de zur PDW keine eigene Seite, und auch sonst liegt uns keine belegte Aussage darüber vor, was eine hohe oder niedrige PDW bedeutet. Eine Deutung ohne Beleg wäre bei einem Gesundheitsthema die schlechtere Antwort als keine. Was dein Wert im Zusammenhang mit Thrombozytenzahl und MPV bedeutet, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt ein.
Warum steht die PDW überhaupt auf meinem Befund?
Weil sie der Blutbild-Automat ohne Zusatzaufwand mitberechnet — wie MPV, MCV, MCH, MCHC und RDW. Solche Rechenwerte erscheinen automatisch, sobald ein Blutbild angefertigt wird, und sind nicht eigens angefordert worden. Für die Beurteilung zählt deshalb, welche Werte deine Ärztin oder dein Arzt für deine Frage tatsächlich heranzieht.
Verwandte Werte
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Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Thrombozyten — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
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