Blutbild

RDW

Auch: Erythrozytenverteilungsbreite · red cell distribution width · RDW-CV · Verteilungsbreite der roten Blutkörperchen

Kurz gesagt

Die RDW (Erythrozytenverteilungsbreite) beschreibt, wie unterschiedlich groß die roten Blutkörperchen sind — nicht, wie groß sie im Durchschnitt sind. Damit ergänzt sie das MCV, das genau diesen Durchschnitt angibt. Für die RDW gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich; maßgeblich ist der Bereich, den dein Labor auf dem Befund angibt. Gelesen wird sie nie allein: Erst zusammen mit MCV und Hämoglobin trägt sie eine Aussage, und die Einordnung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.

Was ist RDW?

Rote Blutkörperchen sind nicht alle gleich groß. Wie stark sie sich unterscheiden, beschreibt die RDW — die Erythrozytenverteilungsbreite, englisch „red cell distribution width".

Der Unterschied zum MCV ist der zwischen Durchschnitt und Streuung. Das MCV sagt: Die Zellen sind im Mittel so und so groß. Die RDW sagt: Sie liegen alle dicht beieinander — oder eben nicht.

Warum das eine eigene Angabe wert ist, zeigt ein Fall, den das MCV allein nicht abbilden kann: Sind gleichzeitig auffällig kleine und auffällig große Zellen im Blut, heben sich die beiden Abweichungen im Mittelwert gegenseitig auf. Das MCV sieht dann unauffällig aus, obwohl die Zellpopulation es nicht ist. Genau diese Konstellation macht die RDW sichtbar.

Wie MCV, MCH und MCHC ist auch die RDW ein Rechenwert aus der automatischen Blutbild-Messung und erscheint mit, ohne eigens angefordert zu werden. Gezielt beeinflussen lässt sie sich nicht — was sich ändern kann, ist die Zusammensetzung der Zellen, aus der sie entsteht.

⚠ Ein Punkt, der auf dieser Seite bewusst offen bleibt: Welche Ursache welche Streuung erzeugt, steht hier nicht. Die Quellen, auf die sich Clamira stützt, veröffentlichen dazu nichts (siehe unten) — und eine Deutung ohne Beleg wäre auf einem Gesundheitsthema die teuerste Sorte Vermutung.

RDW: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für RDW mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Erwachsene[1]kein einheitlicher Referenzbereich%
  • Erwachsene: Wir nennen hier bewusst keine Spanne: Für die RDW gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich. Anders als für MCV, MCH und MCHC führt gesundheitsinformation.de zu diesem Wert keine eigene Seite. Das IQWiG hält für Laborwerte allgemein fest, dass Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen können und man sich stets nach dem Bereich auf dem eigenen Befund richten sollte. Manche Labore berichten die RDW zusätzlich als RDW-SD in Femtolitern — das ist eine andere Größe als die prozentuale RDW-CV und nicht mit ihr vergleichbar.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Wie gemessen wird

Die RDW wird nicht eigens gemessen, sondern vom Blutbild-Automaten aus derselben Messung berechnet wie MCV, MCH und MCHC. Für die Blutabnahme gilt deshalb dasselbe wie fürs kleine Blutbild: etwas Blut aus der Armvene, nüchtern musst du nicht sein.

Beim Lesen des Befunds sind zwei Dinge wichtig. Erstens: Die RDW steht nie für sich. Ihre Aussage entsteht erst im Zusammenhang mit dem MCV und dem Hämoglobin — der Wert beschreibt eine Eigenschaft der Zellpopulation, keine Menge und keinen Mangel.

Zweitens die Schreibweise. Viele Labore geben die RDW als Prozentwert an (RDW-CV), manche zusätzlich oder stattdessen als RDW-SD in Femtolitern. Das sind zwei verschiedene Größen; eine Zahl aus der einen lässt sich nicht im Bereich der anderen nachschlagen. Prüfe deshalb zuerst, welche Angabe auf deinem Befund steht — und weil es keinen einheitlichen Referenzbereich gibt, ist der dort angegebene Bereich die einzige verlässliche Bezugsgröße.

Was ein auffälliger Wert bedeutet, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt ein, zusammen mit dem übrigen Blutbild und gern im Vergleich zu früheren Befunden.

Häufige Fragen

Welcher RDW-Wert ist normal?

Dafür gibt es keine allgemein gültige Zahl: Für die RDW existiert kein bundesweit einheitlicher Referenzbereich, und anders als zu MCV, MCH und MCHC führt gesundheitsinformation.de zu diesem Wert keine eigene Seite. Labore setzen aufgrund unterschiedlicher Messverfahren eigene Bereiche an. Maßgeblich ist deshalb der Bereich, der auf deinem eigenen Befund steht.

Was ist der Unterschied zwischen RDW und MCV?

Das MCV beschreibt die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen, die RDW ihre Streuung — also wie unterschiedlich groß sie sind. Beide zusammen sagen mehr als jeder für sich: Ein unauffälliges MCV kann entstehen, wenn gleichzeitig zu kleine und zu große Zellen vorliegen und sich die Abweichungen im Mittelwert aufheben. Genau diese Konstellation macht die RDW sichtbar.

Warum steht bei meiner RDW eine andere Einheit als bei anderen?

Weil es zwei gebräuchliche Fassungen gibt. Die RDW-CV wird als Prozentwert angegeben, die RDW-SD in Femtolitern. Das sind verschiedene Größen und nicht ineinander umrechenbar — eine Zahl aus der einen Fassung lässt sich nicht im Bereich der anderen nachschlagen. Prüfe deshalb, welche Angabe dein Labor verwendet, und halte dich an den dort angegebenen Bereich.

Muss ich mir bei einer auffälligen RDW Sorgen machen?

Die RDW ist für sich genommen keine Aussage über eine Erkrankung — sie beschreibt eine Eigenschaft der roten Blutkörperchen, nicht einen Mangel oder einen Überschuss. Aussagekräftig wird sie erst zusammen mit dem MCV und dem Hämoglobin. Was in deinem Fall dahintersteckt, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt ein, gern im Vergleich zu früheren Befunden.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): MCV (mittleres Zellvolumen) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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