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Erythrozyten

Auch: rote Blutkörperchen · RBC · Ery · Erythrozytenzahl

Kurz gesagt

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen — ihre wichtigste Aufgabe ist laut IQWiG der Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid. Als Referenzbereich nennt die Quelle für Frauen über 18 Jahren 4,1 bis 5,1 Millionen Zellen pro Mikroliter und für Männer 4,5 bis 5,9 Millionen; maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund. Eine erniedrigte Zahl heißt Blutarmut (Anämie) — oft steckt ein Eisenmangel dahinter, etwa die Hälfte aller Anämien entsteht so. Eine erhöhte Zahl heißt Polyglobulie und hat häufig mit Sauerstoffmangel, Rauchen oder Flüssigkeitsmangel zu tun.

Was ist Erythrozyten?

Die roten Blutkörperchen sind die häufigsten Zellen im Blut, und sie haben genau eine Aufgabe. Das IQWiG beschreibt sie so: Das Hämoglobin nimmt in der Lunge Sauerstoff aus der Atemluft auf, das Blut verteilt den Sauerstoff überall im Körper, und umgekehrt transportieren die roten Blutkörperchen auch Kohlendioxid aus dem Gewebe zur Lunge zurück.

Die Erythrozytenzahl sagt, wie viele dieser Transporter unterwegs sind. Für sich genommen ist das weniger aussagekräftig, als es klingt — denn ob genug Sauerstoff ankommt, hängt auch davon ab, wie viel Hämoglobin in jeder einzelnen Zelle steckt und wie groß die Zellen sind.

Genau deshalb steht die Zahl im Befund nie allein. Sie wird zusammen mit Hämoglobin und Hämatokrit gelesen, und aus dem Verhältnis dieser drei berechnet das Labor die Indizes MCV (wie groß sind die Zellen?), MCH (wie viel Farbstoff je Zelle?) und MCHC (wie dicht gefüllt?). Erst diese Kombination sagt, um welche Art von Blutarmut es sich handelt.

Nachschub kommt aus dem Knochenmark, und dafür braucht der Körper Bausteine — vor allem Eisen, Vitamin B12 und Folsäure. Fehlt einer davon, sinkt die Zahl früher oder später.

Erythrozyten: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für Erythrozyten mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen über 18 Jahren[1]4,1 – 5,1Mio./µl
Männer über 18 Jahren[1]4,5 – 5,9Mio./µl
  • Frauen über 18 Jahren: Die Quelle nennt dieselbe Spanne als „Millionen Zellen pro Mikroliter Blut (10⁶/µl)" und als „Billionen Zellen pro Liter Blut (10¹²/l)" — die Zahlen sind in beiden Schreibweisen identisch, du musst nichts umrechnen.
  • Männer über 18 Jahren: Ebenfalls zahlengleich mit der Angabe in 10¹²/l.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Erythrozyten zu hoch: mögliche Ursachen

Eine erhöhte Erythrozyten-Zahl wird laut IQWiG als Polyglobulie bezeichnet. Sie kann verschiedene Ursachen haben, und die erste ist keine Krankheit, sondern eine Anpassung:

  • Chronischer Sauerstoffmangel — beispielsweise nach einem längeren Aufenthalt im Hochgebirge. Der Körper bildet dann mehr rote Blutkörperchen, um die Sauerstoffversorgung aufrechtzuerhalten.
  • Starkes Rauchen und bestimmte Herz- und Lungenerkrankungen können ebenfalls zu einer erhöhten Zahl führen.
  • Auch ohne Sauerstoffmangel können sich Blutzellen krankhaft vermehren.

Dazu kommt eine Erklärung, die genau genommen keine Vermehrung ist: Bei Flüssigkeitsmangel steigt der gemessene Anteil der Zellen, ohne dass welche dazugekommen wären — das IQWiG beschreibt diesen Zusammenhang auf der Seite zum Hämatokrit.

Das IQWiG schreibt zum Vorgehen: Es ist sinnvoll, erhöhte Erythrozyten-Werte von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen; sie oder er kann durch weitere Untersuchungen herausfinden, woher die Erhöhung kommt und ob eine Behandlung nötig ist.

Erythrozyten zu niedrig: mögliche Ursachen

Ist die Erythrozyten-Zahl erniedrigt, spricht man laut IQWiG von einer Blutarmut oder Anämie. Der Körper wird dann nicht mehr so gut mit Sauerstoff versorgt, was sich durch allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel und Leistungsschwäche bemerkbar machen kann.

Die Quelle zählt die Ursachen ausführlich auf:

  • Eisenmangel — oft der Grund. Ohne Eisen kann der Körper kein Hämoglobin und keine neuen Erythrozyten bilden; etwa die Hälfte aller Anämien entsteht so.
  • Ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12.
  • Chronische Krankheiten, beispielsweise der Nieren, des Knochenmarks oder des Darms.
  • Angeborene Störungen der Blutbildung.
  • Bestimmte Infektionskrankheiten.
  • Akute oder chronische Blutungen.

Was daraus folgt, hängt an der Ursache. Das IQWiG hält fest: Leicht erniedrigte Werte können eine harmlose Ursache haben — weil aber auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinterstecken können, ist es sinnvoll, die Ergebnisse immer von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen. Ist ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 die Ursache, reicht es laut Quelle manchmal schon aus, die Ernährung zu ändern oder Ersatzpräparate zu nehmen; nach einer Weile sollten die Blutwerte dann wieder im Referenzbereich liegen. Bei einer starken Blutarmut ist die Sauerstoffversorgung gefährdet, und dann kann eine Bluttransfusion nötig sein.

Was den Wert beeinflusst

  • Die Bausteine der Blutbildung. Eisen, Vitamin B12 und Folsäure — fehlt einer davon, sinkt die Zahl. Das ist der häufigste Weg zu einem auffälligen Wert.
  • Der Sauerstoffbedarf. Höhenaufenthalte und Erkrankungen von Herz und Lunge heben die Zahl an; das IQWiG nennt beides ausdrücklich.
  • Rauchen. Steht in der Quelle unter den Ursachen erhöhter Werte.
  • Der Flüssigkeitshaushalt. Er verändert nicht die Zahl der Zellen, aber ihren gemessenen Anteil — beim Hämatokrit ist das am deutlichsten.
  • Blutverluste. Auch unbemerkte, etwa im Magen-Darm-Trakt, senken die Zahl über die Zeit.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Rund 5 Prozent der Menschen liegen außerhalb des Referenzbereichs, obwohl sie gesund sind.

Wie gemessen wird

Um die Erythrozyten-Zahl zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene; manchmal reicht auch ein Tropfen Blut aus einer Fingerspitze. Nüchtern musst du dafür nicht sein.

Der Wert gehört zum kleinen Blutbild und steht dort neben Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten und Thrombozyten. Die drei Indizes MCV, MCH und MCHC werden aus diesen Werten berechnet und nicht eigens gemessen — deshalb erscheinen sie automatisch mit, sobald ein kleines Blutbild angefordert wird.

Für Verlaufskontrollen ist dasselbe Labor sinnvoll. Und ein einzelner Wert am Rand des Bereichs ist selten das Ergebnis: Üblich ist eine Kontrolle, bevor daraus etwas folgt.

Häufige Fragen

Welche Erythrozyten-Werte sind normal?

Das IQWiG nennt für Frauen über 18 Jahren 4,1 bis 5,1 Millionen Zellen pro Mikroliter Blut und für Männer 4,5 bis 5,9 Millionen. Manche Labore schreiben dieselben Zahlen als 10¹²/l (Billionen Zellen pro Liter) — umrechnen musst du nichts, die Werte sind identisch. Maßgeblich ist der Bereich auf deinem eigenen Befund.

Was bedeutet eine zu niedrige Erythrozyten-Zahl?

Fachlich heißt das Blutarmut oder Anämie. Der Körper wird laut IQWiG dann nicht mehr so gut mit Sauerstoff versorgt, was sich durch Müdigkeit, Schwindel und Leistungsschwäche zeigen kann. Als häufigste Ursache nennt die Quelle einen Eisenmangel — etwa die Hälfte aller Anämien entsteht so. Daneben stehen ein Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel, chronische Krankheiten von Nieren, Knochenmark oder Darm, angeborene Störungen der Blutbildung, bestimmte Infektionskrankheiten und Blutungen.

Was ist eine Polyglobulie?

So bezeichnet das IQWiG eine erhöhte Zahl roter Blutkörperchen. Eine mögliche Ursache ist chronischer Sauerstoffmangel — etwa nach längerem Aufenthalt im Hochgebirge; der Körper bildet dann mehr Erythrozyten, um die Sauerstoffversorgung aufrechtzuerhalten. Auch starkes Rauchen und bestimmte Herz- und Lungenerkrankungen kommen infrage, ebenso eine krankhafte Vermehrung der Blutzellen. Erhöhte Werte gehören laut Quelle ärztlich abgeklärt.

Warum stehen Erythrozyten, Hämoglobin und Hämatokrit immer zusammen?

Weil jeder der drei nur einen Ausschnitt beschreibt: die Zahl der Zellen, die Menge des roten Blutfarbstoffs und den Volumenanteil der Zellen. Erst zusammen ergeben sie ein Bild — und aus ihrem Verhältnis berechnet das Labor die Indizes MCV, MCH und MCHC, die die Art einer Blutarmut eingrenzen. Ein einzelner auffälliger Wert beantwortet die Frage nach der Ursache deshalb nicht.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Erythrozyten — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Hämatokrit — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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