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HDL-Cholesterin

Auch: HDL · High Density Lipoprotein · „gutes Cholesterin“ · HDL-Wert

Kurz gesagt

HDL-Cholesterin ist die Transportform, in der überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber gebracht wird, wo es abgebaut werden kann — etwa ein Viertel des Cholesterins im Blut liegt laut IQWiG als HDL vor. Als Orientierung nennt die Quelle für Frauen über 18 Jahren mehr als 50 mg/dl (über 1,3 mmol/l) und für Männer mehr als 40 mg/dl (über 1,0 mmol/l). Umgangssprachlich heißt HDL das „gute Cholesterin", weil höhere Werte sich vermutlich eher günstig auswirken. Ganz so einfach ist es aber nicht: Auch zu hohe Werte können das Risiko erhöhen, insbesondere wenn bereits andere Risikofaktoren bestehen.

Was ist HDL-Cholesterin?

Cholesterin ist nicht wasserlöslich und kann im Blut laut IQWiG nur in Lipoproteinen transportiert werden — winzigen eiweißhaltigen Partikeln, in denen es verpackt ist. Zwei davon machen den Hauptteil aus, und sie fahren in entgegengesetzte Richtungen.

LDL bringt Cholesterin von der Leber in den Körper. HDL (high density lipoprotein, Lipoprotein hoher Dichte) bringt überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber, wo es abgebaut werden kann. Etwa ein Viertel des Cholesterins im Blut liegt als HDL vor.

Daher der Spitzname „gutes Cholesterin". Die Quelle formuliert ihn allerdings vorsichtiger, als er im Umlauf ist: Höhere HDL-Werte wirken sich vermutlich eher günstig auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Das Wort „vermutlich" steht dort, und es gehört dazu.

Denn der Umkehrschluss „je höher, desto besser" trägt nicht. Das IQWiG führt einen eigenen Abschnitt zu erhöhten HDL-Werten und hält dort fest: Zu hohe Werte können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen — insbesondere, wenn man bereits andere Risikofaktoren hat.

Wie beim LDL gilt der übergeordnete Vorbehalt: HDL ist nur einer von mehreren Risikofaktoren, und das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden — auch Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenfunktionsstörungen.

HDL-Cholesterin: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für HDL-Cholesterin mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen über 18 Jahren — Orientierungswert[1]über 50mg/dl
Männer über 18 Jahren — Orientierungswert[1]über 40mg/dl
  • Frauen über 18 Jahren — Orientierungswert: Entspricht über 1,3 mmol/l. ⚠ Anders als bei den meisten Werten zeigt die Richtung hier nach oben — aber nicht unbegrenzt: Die Quelle führt einen eigenen Abschnitt zu erhöhten Werten.
  • Männer über 18 Jahren — Orientierungswert: Entspricht über 1,0 mmol/l.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

HDL-Cholesterin zu hoch: mögliche Ursachen

Dass es diesen Abschnitt gibt, überrascht viele — und genau deshalb steht er hier. Das IQWiG hält fest: Zu hohe Werte können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen — insbesondere, wenn man bereits andere Risikofaktoren hat.

Als Ursachen nennt die Quelle:

  • eine genetische Veranlagung, die dazu führt, dass zu viel HDL gebildet wird oder es nicht ausreichend abgebaut werden kann,
  • schwere körperliche Arbeit und Leistungssport,
  • Alkoholkonsum.

Was daraus folgt, ist bewusst offen formuliert: Wie bei erniedrigten Werten ist es laut IQWiG sinnvoll, die Ursachen zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt zu klären — sie oder er kann dann feststellen, ob ein Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen helfen könnten.

Der praktische Kern für dich: Ein hoher HDL-Wert ist kein Freibrief. Er ersetzt keine Einordnung der übrigen Risikofaktoren, und „je höher, desto besser" steht so in der Quelle nicht.

HDL-Cholesterin zu niedrig: mögliche Ursachen

Ein erniedrigter HDL-Wert kann laut IQWiG mit einem höheren Risiko für Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden sein. Die Quelle schränkt sofort ein: Allein ist der Wert nicht sehr aussagekräftig — andere Werte wie die Menge an LDL-Cholesterin oder Triglyceriden sind ebenfalls von Bedeutung.

Als Ursachen nennt sie:

  • Gewohnheiten — häufig wenig Bewegung oder eine einseitige Ernährung; auch bei starkem Übergewicht können die Werte niedrig sein.
  • Erkrankungen — Diabetes sowie chronische Leber- und Nierenerkrankungen.
  • Medikamente — hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker oder Kortisonpräparate.
  • Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels sowie erhöhte Triglycerid-Werte, die laut Quelle ebenfalls mit einem erniedrigten HDL einhergehen können.

Was du tun kannst, ist dieselbe Liste wie beim LDL, nur in die andere Richtung wirkend: sich mehr bewegen, überschüssiges Gewicht verlieren, sich ausgewogener ernähren, nicht rauchen. Durch diese Maßnahmen sinkt laut IQWiG auch grundsätzlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie stark der Wert angehoben werden sollte, hängt vor allem vom persönlichen Risiko ab — das schätzt deine Ärztin oder dein Arzt ein.

Was den Wert beeinflusst

  • Der Lebensstil. Bewegung, Körpergewicht, Ernährung und Rauchen stehen in der Quelle unter den Ursachen niedriger Werte — und in derselben Reihenfolge unter dem, was sich selbst tun lässt.
  • Alkohol, schwere körperliche Arbeit und Leistungssport. Sie stehen unter den Ursachen ERHÖHTER Werte. Wer viel trainiert, misst deshalb möglicherweise ein hohes HDL, ohne dass daraus eine Aussage folgt.
  • Erkrankungen. Diabetes und chronische Leber- oder Nierenerkrankungen senken den Wert.
  • Medikamente. Hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker und Kortisonpräparate stehen unter den Ursachen niedriger Werte.
  • Die Triglyceride. Erhöhte Triglycerid-Werte gehen laut Quelle mit einem erniedrigten HDL einher — die beiden hängen zusammen.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.

Wie gemessen wird

Der HDL-Anteil wird laut IQWiG meist zusammen mit dem LDL- und Gesamtcholesterin sowie weiteren Blutfettwerten bestimmt; die Blutabnahme erfolgt in der Regel aus der Armvene.

Zur Nüchternheit gilt dasselbe wie beim übrigen Cholesterin: Mahlzeiten beeinflussen die Cholesterinwerte kaum, nüchtern sein ist also nicht zwingend nötig. Meist wird es trotzdem empfohlen, weil gleichzeitig andere Blutwerte gemessen werden, die nach dem Essen erhöht sein können. Dann sollte man in den 8 Stunden vor der Blutabnahme nichts essen und nur stilles Wasser trinken.

Wann gemessen wird: Das HDL wird als Teil des Gesamtcholesterins auch im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung („Check-up") bestimmt — gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle 3 Jahre Anspruch darauf, zwischen 18 und 35 Jahren einmalig.

Für die Einordnung zählt nie der HDL-Wert allein. Er wird zusammen mit LDL, Gesamtcholesterin und Triglyceriden gelesen — und mit den Risikofaktoren, die gar keine Blutwerte sind.

Häufige Fragen

Welcher HDL-Wert ist normal?

Das IQWiG nennt als Orientierung für Frauen über 18 Jahren mehr als 50 mg/dl (über 1,3 mmol/l) und für Männer mehr als 40 mg/dl (über 1,0 mmol/l). Die Richtung zeigt bei diesem Wert also nach oben — anders als bei LDL, Gesamtcholesterin und Triglyceriden. Maßgeblich ist der Bereich auf deinem eigenen Befund.

Ist ein hoher HDL-Wert immer gut?

Nein. Das IQWiG formuliert den Nutzen vorsichtig — höhere HDL-Werte wirken sich vermutlich eher günstig aus — und führt einen eigenen Abschnitt zu erhöhten Werten: Zu hohe Werte können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, insbesondere wenn man bereits andere Risikofaktoren hat. Als Ursachen nennt die Quelle eine genetische Veranlagung, schwere körperliche Arbeit, Leistungssport und Alkoholkonsum. Sinnvoll ist es, die Ursache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu klären.

Was bedeutet ein niedriger HDL-Wert?

Er kann laut IQWiG mit einem höheren Risiko für Durchblutungsstörungen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden sein — allein ist er aber nicht sehr aussagekräftig. Als Ursachen nennt die Quelle wenig Bewegung, einseitige Ernährung, starkes Übergewicht, Diabetes, chronische Leber- und Nierenerkrankungen, bestimmte Medikamente sowie Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels und erhöhte Triglycerid-Werte.

Wie kann ich mein HDL-Cholesterin erhöhen?

Das IQWiG nennt vier Maßnahmen: sich mehr bewegen, überschüssiges Gewicht verlieren, sich ausgewogener ernähren und nicht rauchen. Durch sie sinkt laut Quelle auch grundsätzlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie stark der Wert angehoben werden sollte, hängt vor allem vom persönlichen Risiko ab — das schätzt deine Ärztin oder dein Arzt anhand der Risikofaktoren und anderer Blutwerte ein.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): HDL-Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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