Alle Blutwerte
Herz-Kreislauf

Gesamtcholesterin

Auch: Cholesterin · Cholesterinwert · Gesamt-Cholesterin · Cholesterin gesamt

Kurz gesagt

Das Gesamtcholesterin gibt an, wie viel Cholesterin sich insgesamt im Blut befindet — es setzt sich laut IQWiG vorwiegend aus den beiden Unterformen HDL und LDL zusammen. Als Orientierung nennt die Quelle für Frauen und Männer über 18 Jahren einen Wert unter 200 mg/dl (unter 5,17 mmol/l). Dieselbe Quelle schränkt aber ausdrücklich ein: Das Gesamtcholesterin allein ist wenig aussagekräftig — die Anteile von HDL und LDL sind ebenfalls von Bedeutung, und das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden.

Was ist Gesamtcholesterin?

Cholesterin hat einen schlechten Ruf und ist zunächst einmal ein Baustoff. Das IQWiG beschreibt es als wichtigen Bestandteil der Zellen, der unter anderem gebraucht wird, um Vitamin D und Hormone wie Testosteron oder Östrogen herzustellen.

Bemerkenswert ist, woher es kommt: Nur etwa ein Drittel des Bedarfs wird laut Quelle über die Nahrung aufgenommen — den größten Teil stellt der Körper selbst her, vor allem in der Leber. Das erklärt, warum sich der Cholesterinwert über die Ernährung allein nur begrenzt steuern lässt.

Transportiert wird es in Lipoproteinen, winzigen eiweißhaltigen Partikeln. Das Gesamtcholesterin setzt sich vorwiegend aus zwei davon zusammen: HDL (bringt überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber) und LDL (bringt es von der Leber in den Körper).

Und daraus folgt die wichtigste Eigenschaft dieses Werts: Er ist eine Summe. Zwei Menschen mit demselben Gesamtcholesterin können ein völlig verschiedenes Risikoprofil haben — je nachdem, wie sich die Summe auf HDL und LDL verteilt. Das IQWiG sagt es direkt: Das Gesamtcholesterin allein ist wenig aussagekräftig.

Gesamtcholesterin: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für Gesamtcholesterin mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen und Männer über 18 Jahren — Orientierungswert[1]unter 200mg/dl
Zum Vergleich: LDL-Cholesterin (anderer Marker)[2]unter 130mg/dl
  • Frauen und Männer über 18 Jahren — Orientierungswert: Entspricht unter 5,17 mmol/l. ⚠ Ein Orientierungswert, kein Zielwert: Ob und wie stark gesenkt werden sollte, hängt laut derselben Quelle vor allem vom persönlichen Risiko ab — und das Gesamtcholesterin allein ist dafür wenig aussagekräftig.
  • Zum Vergleich: LDL-Cholesterin (anderer Marker): ⚠ Diese Zeile gehört NICHT zum Gesamtcholesterin — sie steht hier, weil die Summe ohne ihre Bestandteile nicht zu lesen ist. Das LDL hat eine eigene Seite; für das HDL gilt eine Richtung nach oben (Frauen über 50, Männer über 40 mg/dl).

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Gesamtcholesterin zu hoch: mögliche Ursachen

Ist zu viel Cholesterin im Blut, sprechen Fachleute laut IQWiG von einer Hypercholesterinämie. Grundsätzlich gilt: Je höher der Cholesterinspiegel, desto höher das Risiko für arteriosklerotische Erkrankungen wie PAVK, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Der Vorbehalt steht in der Quelle direkt daneben und ist bei diesem Wert besonders wichtig: Das Gesamtcholesterin allein ist wenig aussagekräftig — andere Blutfettwerte wie die Anteile von HDL und LDL sind ebenfalls von Bedeutung. Und: Cholesterin ist einer von mehreren Risikofaktoren; das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden — auch Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenfunktionsstörungen.

Als Ursachen nennt das IQWiG:

  • Gewohnheiten — wenig Bewegung, einseitige Ernährung, Übergewicht.
  • Erkrankungen — Diabetes, eine Unterfunktion der Schilddrüse, chronische Leber- und Nierenerkrankungen.
  • Medikamente — hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker oder Kortisonpräparate.
  • Eine genetische Veranlagung — etwa 2 bis 5 von 1000 Menschen haben eine familiäre Hypercholesterinämie, bei der der Wert schon von Kindheit an erhöht ist.

Was du tun kannst: dich mehr bewegen, überschüssiges Gewicht verlieren, dich ausgewogener ernähren, nicht rauchen. Reicht das nicht aus oder besteht ein hohes Risiko, können cholesterinsenkende Medikamente wie Statine infrage kommen; bei familiär bedingt hohen Werten sind sie laut Quelle ebenfalls sinnvoll. Diese Entscheidung trifft deine Ärztin oder dein Arzt.

Gesamtcholesterin zu niedrig: mögliche Ursachen

Niedrige Gesamtcholesterinwerte sind laut IQWiG in der Regel kein Grund für weitere Untersuchungen, und ein sehr niedriges Gesamtcholesterin kommt nur selten vor.

Wenn doch, nennt die Quelle als mögliche Ursachen eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Lebererkrankungen, chronische Infektionen, Tumorerkrankungen und eine Mangelernährung. Werden cholesterinsenkende Medikamente wie Statine eingenommen, kann auch eine hohe Dosis zu sehr niedrigen Werten führen.

Praktisch heißt das: Ein erniedrigter Wert ist meist unbedenklich oder im Rahmen einer Behandlung sogar gewünscht. Sinnvoll ist es laut IQWiG trotzdem, ihn ärztlich abklären zu lassen — weil auch ernstzunehmende Erkrankungen oder eine falsche Medikamentendosierung dahinterstecken könnten.

Was den Wert beeinflusst

  • Die Eigenproduktion. Nur etwa ein Drittel des Bedarfs kommt laut IQWiG über die Nahrung, den Rest stellt der Körper selbst her — vor allem in der Leber. Das begrenzt, wie weit sich der Wert übers Essen allein bewegen lässt.
  • Der Lebensstil. Bewegung, Ernährung, Körpergewicht und Rauchen stehen in der Quelle unter den Ursachen und unter den Empfehlungen.
  • Erkrankungen. Diabetes und eine Schilddrüsen-UNTERfunktion heben den Wert, eine ÜBERfunktion senkt ihn; chronische Leber- und Nierenerkrankungen heben ihn.
  • Medikamente. Hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker und Kortisonpräparate heben den Wert; Statine senken ihn.
  • Die Verteilung. Zwei Menschen mit demselben Gesamtcholesterin können sehr verschiedene HDL- und LDL-Anteile haben. Die Summe verrät davon nichts.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.

Wie gemessen wird

Um den Cholesterinwert zu messen, nimmt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene.

Zur Nüchternheit: Mahlzeiten beeinflussen den Cholesterinwert kaum — nüchtern sein ist dafür also nicht zwingend nötig. Meist wird es trotzdem empfohlen, weil häufig noch andere Blutwerte gemessen werden, die nach der Nahrungsaufnahme erhöht sein können (allen voran die Triglyceride). Dann sollte man in den 8 Stunden vor der Blutabnahme nichts essen und nur stilles Wasser trinken.

Wann gemessen wird: Der Cholesterinwert wird auch im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung („Check-up") bestimmt. Gesetzlich Versicherte haben laut IQWiG ab 35 Jahren alle 3 Jahre Anspruch darauf; zwischen 18 und 35 Jahren ist die Untersuchung einmal möglich.

Ein Punkt für die Einordnung: Weil das Gesamtcholesterin eine Summe ist, wird es zusammen mit HDL, LDL und den Triglyceriden gelesen. Steht auf deinem Befund nur die Summe, ist das die kürzere Auskunft — nicht die vollständige.

Häufige Fragen

Welcher Cholesterinwert ist normal?

Das IQWiG nennt als Orientierung für Frauen und Männer über 18 Jahren ein Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (unter 5,17 mmol/l). Wichtig ist die Einschränkung derselben Quelle: Das Gesamtcholesterin allein ist wenig aussagekräftig — die Anteile von HDL und LDL sind ebenfalls von Bedeutung. Und ob und wie stark gesenkt werden sollte, hängt vor allem vom persönlichen Risiko ab.

Warum sagt das Gesamtcholesterin allein wenig aus?

Weil es eine Summe ist. Es setzt sich laut IQWiG vorwiegend aus HDL und LDL zusammen — zwei Formen, die Cholesterin in entgegengesetzte Richtungen transportieren. Zwei Menschen mit demselben Gesamtcholesterin können deshalb sehr verschiedene Anteile haben. Die Quelle hält ausdrücklich fest, dass die Anteile von HDL und LDL ebenfalls von Bedeutung sind und das persönliche Risiko sich nur abschätzen lässt, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden.

Wie viel Cholesterin kommt aus dem Essen?

Nur etwa ein Drittel des Bedarfs wird laut IQWiG über die Nahrung aufgenommen — den größten Teil stellt der Körper selbst her, vor allem in der Leber. Das erklärt, warum sich der Wert über die Ernährung allein nur begrenzt steuern lässt. Empfohlen werden von der Quelle trotzdem mehr Bewegung, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, ausgewogenere Ernährung und Rauchverzicht.

Was bedeutet ein zu niedriges Cholesterin?

Niedrige Werte sind laut IQWiG in der Regel kein Grund für weitere Untersuchungen und kommen selten vor. Als mögliche Ursachen nennt die Quelle eine Schilddrüsenüberfunktion, Lebererkrankungen, chronische Infektionen, Tumorerkrankungen und Mangelernährung; auch eine hohe Statin-Dosis kann dahinterstecken. Sinnvoll ist es trotzdem, den Wert ärztlich abklären zu lassen.

Verwandte Werte

Du hast einen aktuellen Wert für Gesamtcholesterin vor dir?

Clamira liest deinen Befund und ordnet deine Werte verständlich ein — im Zusammenhang statt Zeile für Zeile, mit Hinweisen zu Ernährung und Nährstoffen. Deine Daten bleiben dabei deinem Konto vorbehalten.

Jetzt kostenlos Blutwerte analysieren lassen

Kostenlos heißt: ein Personen-Profil und deine erste vollständige Auswertung, ohne Kreditkarte.

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): LDL-Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): HDL-Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

Die Inhalte entstehen redaktionell auf Basis der unten genannten Quellen — Leitlinien, Fachgesellschaften und öffentliche Gesundheitsportale. Wir geben wieder, was dort steht, und stellen nichts daneben.