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LDL-Cholesterin

Auch: LDL · Low Density Lipoprotein · „schlechtes Cholesterin“ · LDL-Wert

Kurz gesagt

LDL-Cholesterin ist die Transportform, in der Cholesterin von der Leber in den Rest des Körpers gebracht wird — über zwei Drittel des Cholesterins im Blut liegen laut IQWiG als LDL vor. Als Orientierung nennt die Quelle für Frauen und Männer über 18 Jahren einen Wert unter 130 mg/dl (unter 3,36 mmol/l). Entscheidend ist aber der Zusatz derselben Quelle: Ob und wie stark der Wert gesenkt werden sollte, hängt vor allem vom persönlichen Risiko ab — Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen spielen mit hinein. Diese Einschätzung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.

Was ist LDL-Cholesterin?

Alle Zellen des Körpers brauchen Cholesterin — unter anderem, um Vitamin D oder bestimmte Hormone herzustellen. Das Problem ist der Transport: Cholesterin ist nicht wasserlöslich und kann im Blut laut IQWiG nur in Form von Lipoproteinen unterwegs sein, winzigen eiweißhaltigen Partikeln, in denen es verpackt ist.

Zwei dieser Verpackungen machen den Hauptteil aus. LDL (low density lipoprotein, Lipoprotein geringer Dichte) bringt Cholesterin von der Leber in den Körper; HDL (high density lipoprotein) bringt überschüssiges zurück zur Leber. Über zwei Drittel des Cholesterins im Blut liegen laut Quelle als LDL vor.

Umgangssprachlich heißt LDL das „schlechte Cholesterin" — weil hohe LDL-Werte laut IQWiG mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind. Der Name ist eine Vereinfachung: Der Stoff ist derselbe, verschieden ist nur die Richtung, in die er transportiert wird.

Und hier liegt der Unterschied zu fast allen anderen Werten in diesem Lexikon: Beim LDL geht es nicht um „normal oder nicht", sondern um Risiko. Die Quelle formuliert es so: Grundsätzlich gilt, je höher der LDL-Cholesterinspiegel, desto höher ist auch das Risiko für Gefäßerkrankungen wie PAVK, Herzinfarkt oder Schlaganfall — aber das LDL ist allein nicht aussagekräftig, und das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden.

LDL-Cholesterin: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für LDL-Cholesterin mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen und Männer über 18 Jahren — Orientierungswert[1]unter 130mg/dl
  • Frauen und Männer über 18 Jahren — Orientierungswert: Entspricht unter 3,36 mmol/l. ⚠ Das ist ein Orientierungswert, kein Zielwert: Dieselbe Quelle hält fest, dass es in vielen Fällen sinnvoll sein kann, den Wert zu senken — wie stark, hängt vor allem vom persönlichen Risiko ab. Diese Einschätzung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt anhand von Risikofaktoren und anderen Blutwerten vor.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

LDL-Cholesterin zu hoch: mögliche Ursachen

Ist zu viel LDL-Cholesterin im Blut, sprechen Fachleute laut IQWiG von einer Hypercholesterinämie. Grundsätzlich gilt: Je höher der LDL-Spiegel, desto höher das Risiko für Gefäßerkrankungen wie PAVK, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Die Quelle setzt dem sofort einen Vorbehalt entgegen, und er ist der wichtigste Satz dieser Seite: Ein erhöhter LDL-Spiegel ist einer von mehreren Risikofaktoren — das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden. Auch Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenfunktionsstörungen spielen dabei eine große Rolle.

Als Ursachen nennt das IQWiG:

  • Gewohnheiten — wenig Bewegung, einseitige Ernährung; auch bei starkem Übergewicht ist das LDL oft erhöht.
  • Erkrankungen — Diabetes, eine Unterfunktion der Schilddrüse, chronische Leber- und Nierenerkrankungen.
  • Medikamente — hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker oder Kortisonpräparate.
  • Eine genetische Veranlagung — etwa 0,2 bis 0,5 Prozent aller Menschen haben eine familiäre Hypercholesterinämie, bei der der Wert schon von Kindheit an erhöht ist.

Was du tun kannst, benennt die Quelle konkret: sich mehr bewegen, überschüssiges Gewicht verlieren, sich ausgewogener ernähren und nicht rauchen. Reicht das nicht aus oder besteht ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, können cholesterinsenkende Medikamente wie Statine infrage kommen — auch bei familiär bedingt hohen Werten sind sie laut IQWiG sinnvoll. Ob das für dich zutrifft, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.

LDL-Cholesterin zu niedrig: mögliche Ursachen

Niedrige LDL-Werte sind laut IQWiG in der Regel kein Grund für weitere Untersuchungen, und ein stark erniedrigtes LDL kommt nur selten vor.

Wenn doch, nennt die Quelle als mögliche Ursachen eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Lebererkrankungen, chronische Infektionen und Tumorerkrankungen. Werden cholesterinsenkende Medikamente wie Statine eingenommen, kann auch eine sehr hohe Dosis zu sehr niedrigen Werten führen.

Praktisch heißt das: Erniedrigte Werte sind meist unbedenklich oder im Rahmen einer Behandlung sogar gewünscht. Sinnvoll ist es laut IQWiG trotzdem, sie ärztlich abklären zu lassen — weil auch ernstzunehmende Erkrankungen oder eine zu hohe Medikamentendosierung dahinterstecken könnten.

Was den Wert beeinflusst

  • Der Lebensstil. Bewegung, Ernährung, Körpergewicht und Rauchen stehen in der Quelle sowohl unter den Ursachen als auch unter dem, was sich selbst tun lässt.
  • Erkrankungen. Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion und chronische Leber- oder Nierenerkrankungen heben den Wert an; eine Schilddrüsen-ÜBERfunktion senkt ihn.
  • Medikamente. Hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker und Kortisonpräparate heben den Wert; Statine senken ihn, bei hoher Dosis deutlich.
  • Die Veranlagung. Bei einer familiären Hypercholesterinämie ist der Wert von Kindheit an erhöht — Lebensstil allein erklärt ihn dann nicht.
  • Die Mahlzeit — kaum. Das IQWiG hält fest, dass Mahlzeiten Cholesterinwerte kaum beeinflussen. Nüchternheit wird trotzdem meist empfohlen, weil gleichzeitig andere Werte gemessen werden.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.

Wie gemessen wird

Der LDL-Anteil wird laut IQWiG meist zusammen mit dem HDL- und Gesamtcholesterin sowie weiteren Blutfettwerten bestimmt — allein sagt er wenig. Die Blutabnahme erfolgt in der Regel aus der Armvene.

Zur Nüchternheit ist die Quelle differenziert, und das räumt ein verbreitetes Missverständnis aus: Mahlzeiten beeinflussen Cholesterinwerte kaum, nüchtern sein ist dafür also nicht zwingend nötig. Meist wird es trotzdem empfohlen, weil häufig noch andere Blutwerte gemessen werden, die nach dem Essen erhöht sein können — die Triglyceride sind der wichtigste davon. Dann sollte man in den 8 Stunden vor der Blutabnahme nichts essen und nur stilles Wasser trinken.

Wann gemessen wird: Das LDL wird als Teil des Gesamtcholesterins auch im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung („Check-up") bestimmt. Gesetzlich Versicherte haben laut IQWiG ab 35 Jahren alle 3 Jahre Anspruch darauf; zwischen 18 und 35 Jahren ist die Untersuchung einmal möglich.

Häufige Fragen

Welcher LDL-Wert ist normal?

Das IQWiG nennt als Orientierung für Frauen und Männer über 18 Jahren einen Wert unter 130 mg/dl (unter 3,36 mmol/l). Wichtig ist der Zusatz derselben Quelle: Ob und wie stark der Wert gesenkt werden sollte, hängt vor allem vom persönlichen Risiko ab — anders als bei den meisten Laborwerten gibt es hier keinen für alle gültigen Zielwert. Die Einschätzung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt anhand von Risikofaktoren und anderen Blutwerten vor.

Warum gibt es beim LDL keinen festen Zielwert?

Weil der Wert ein Risikomarker ist und kein Zustand, der einfach normal oder nicht normal ist. Das IQWiG schreibt: Ein erhöhter LDL-Spiegel ist einer von mehreren Risikofaktoren, und das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden — auch Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenfunktionsstörungen spielen eine große Rolle. Wie stark ein Wert gesenkt werden sollte, hängt deshalb vom individuellen Risiko ab.

Wie kann ich mein LDL-Cholesterin senken?

Das IQWiG nennt vier Empfehlungen: sich mehr bewegen, überschüssiges Gewicht verlieren, sich ausgewogener ernähren und nicht rauchen. Reicht das nicht aus oder besteht ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, können cholesterinsenkende Medikamente wie Statine infrage kommen; bei familiär bedingt hohen Werten sind sie laut Quelle ebenfalls sinnvoll. Ob und welche Behandlung für dich passt, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.

Muss ich für die LDL-Messung nüchtern sein?

Nicht zwingend. Das IQWiG hält fest, dass Mahlzeiten Cholesterinwerte kaum beeinflussen. Meist wird Nüchternheit trotzdem empfohlen, weil gleichzeitig andere Blutwerte gemessen werden, die nach dem Essen erhöht sein können — vor allem die Triglyceride. Dann gilt: in den 8 Stunden vor der Blutabnahme nichts essen und nur stilles Wasser trinken.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): LDL-Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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