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Non-HDL-Cholesterin

Auch: Non-HDL · Nicht-HDL-Cholesterin · Non-HDL-C

Kurz gesagt

Das Non-HDL-Cholesterin ist kein eigener Messwert, sondern eine Rechnung: Gesamtcholesterin minus HDL-Cholesterin. Übrig bleiben damit alle Cholesterin-Anteile, die sich in Gefäßwänden ablagern können — anders als beim HDL gilt hier: niedriger ist günstiger. Einen eigenen, bundesweit einheitlichen Referenzbereich gibt es für diesen Wert nicht; maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund. Zur Einordnung dienen die Orientierungswerte seiner beiden Bestandteile: unter 200 mg/dl beim Gesamtcholesterin und unter 130 mg/dl beim LDL, jeweils laut IQWiG.

Was ist Non-HDL-Cholesterin?

Das Gesamtcholesterin setzt sich laut IQWiG vorwiegend aus zwei Unterformen zusammen: HDL, das überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber bringt, und LDL, das es von der Leber in den Körper transportiert.

Das Non-HDL-Cholesterin macht daraus eine einfache Subtraktion: Gesamtcholesterin minus HDL. Es fasst damit alles zusammen, was nicht auf dem Rückweg zur Leber ist — also die Anteile, die sich in Gefäßwänden ablagern können. Das LDL ist davon der größte Teil, aber nicht der einzige.

Daraus folgt die Leserichtung, und sie ist genau umgekehrt zum HDL: Beim Non-HDL gilt niedriger ist günstiger. Wer die beiden verwechselt, liest seinen Befund in die falsche Richtung — und der Name macht es nicht leichter, weil „HDL" darin vorkommt.

Der praktische Nutzen liegt darin, dass die Rechnung ohne zusätzliche Messung auskommt und auch dann funktioniert, wenn das LDL nicht direkt bestimmt wurde. Was sie nicht liefert, ist ein eigener Bewertungsmaßstab: Für das Non-HDL gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich, und es wird zusammen mit seinen Bestandteilen gelesen.

⚠ Wie bei allen Blutfetten gilt außerdem der Vorbehalt, den das IQWiG bei LDL, HDL und Gesamtcholesterin gleichlautend formuliert: Cholesterin ist nur einer von mehreren Risikofaktoren — das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden.

Non-HDL-Cholesterin: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für Non-HDL-Cholesterin mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Erwachsene — Non-HDL-Cholesterin[4]kein einheitlicher Referenzbereichmg/dl
Zum Vergleich: Gesamtcholesterin (anderer Marker)[1]unter 200mg/dl
Zum Vergleich: LDL-Cholesterin (anderer Marker)[2]unter 130mg/dl
  • Erwachsene — Non-HDL-Cholesterin: Wir nennen hier bewusst keine Spanne: Anders als zu Cholesterin, LDL, HDL und Triglyceriden führt gesundheitsinformation.de zum Non-HDL-Cholesterin keine eigene Seite, und ein bundesweit einheitlicher Referenzbereich existiert dafür nicht. Das IQWiG hält für Laborwerte allgemein fest, dass Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen können und der Bereich auf dem eigenen Befund maßgeblich ist.
  • Zum Vergleich: Gesamtcholesterin (anderer Marker): ⚠ Diese Zeile gehört NICHT zum Non-HDL — sie steht hier, weil der Wert aus dem Gesamtcholesterin errechnet wird. Orientierungswert für Frauen und Männer über 18 Jahren.
  • Zum Vergleich: LDL-Cholesterin (anderer Marker): ⚠ Ebenfalls ein fremder Marker mit eigener Seite. Das LDL ist der größte Teil des Non-HDL, aber nicht sein Ganzes — die beiden Zahlen sind nicht dasselbe.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Non-HDL-Cholesterin zu hoch: mögliche Ursachen

Ein hohes Non-HDL bedeutet: Viel Cholesterin ist in den Fraktionen unterwegs, die sich in Gefäßwänden ablagern können. Weil der Wert aus Gesamtcholesterin und HDL entsteht, kommt er auf zwei Wegen zustande — ein hohes Gesamtcholesterin, ein niedriges HDL, oder beides.

Die Ursachen sind deshalb dieselben, die das IQWiG für seine Bestandteile nennt: wenig Bewegung, eine einseitige Ernährung, Übergewicht; Erkrankungen wie Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion oder chronische Leber- und Nierenerkrankungen; Medikamente wie hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker oder Kortisonpräparate; und eine genetische Veranlagung.

Was du tun kannst, ist ebenfalls dieselbe Liste: sich mehr bewegen, überschüssiges Gewicht verlieren, sich ausgewogener ernähren, nicht rauchen. Ob darüber hinaus eine Behandlung sinnvoll ist und welcher Zielwert für dich gilt, hängt laut IQWiG vor allem vom persönlichen Risiko ab — diese Einschätzung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.

Was den Wert beeinflusst

  • Seine beiden Bestandteile. Jede Schwankung im Gesamtcholesterin oder im HDL wandert direkt in die Rechnung. Ein steigendes HDL senkt das Non-HDL, ohne dass sich am Gesamtcholesterin etwas geändert hätte.
  • Der Lebensstil. Bewegung, Ernährung, Körpergewicht und Rauchen wirken laut IQWiG auf beide Bestandteile.
  • Erkrankungen und Medikamente. Dieselben, die auch Gesamtcholesterin und HDL verschieben — die Listen stehen auf den jeweiligen Seiten.
  • Die Nüchternheit — kaum. Mahlzeiten beeinflussen die Cholesterinwerte laut IQWiG kaum; anders als bei den Triglyceriden ist das hier kein wesentlicher Faktor.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.

Wie gemessen wird

Das Non-HDL-Cholesterin wird nicht eigens gemessen, sondern berechnet — aus dem Gesamtcholesterin und dem HDL, die beide zum üblichen Lipidprofil gehören. Für die Blutabnahme gilt deshalb, was für die Cholesterinwerte gilt: etwas Blut aus der Armvene, und Nüchternheit ist laut IQWiG nicht zwingend nötig, wird aber meist empfohlen, weil gleichzeitig die Triglyceride gemessen werden.

Beim Lesen des Befunds sind zwei Dinge wichtig. Erstens die Richtung: Niedriger ist günstiger — trotz des „HDL" im Namen. Zweitens die Bezugsgröße: Weil es keinen einheitlichen Referenzbereich gibt, ist der Bereich, den dein Labor angibt, die einzige verlässliche Orientierung.

Und wie bei allen Blutfetten gilt: Der Wert wird nicht für sich gelesen, sondern zusammen mit LDL, HDL, Triglyceriden — und mit den Risikofaktoren, die gar keine Blutwerte sind.

Häufige Fragen

Wie wird das Non-HDL-Cholesterin berechnet?

Es ist die Differenz aus Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin. Übrig bleiben alle Cholesterin-Anteile, die nicht auf dem Rückweg zur Leber sind — also jene, die sich in Gefäßwänden ablagern können. Weil beide Ausgangswerte zum üblichen Lipidprofil gehören, kommt die Rechnung ohne zusätzliche Messung aus.

Welcher Non-HDL-Wert ist normal?

Dafür gibt es keine allgemein gültige Zahl: Anders als zu Cholesterin, LDL, HDL und Triglyceriden führt gesundheitsinformation.de zum Non-HDL keine eigene Seite, und ein bundesweit einheitlicher Referenzbereich existiert nicht. Maßgeblich ist der Bereich, den dein Labor auf dem Befund angibt. Zur Einordnung helfen die Orientierungswerte der Bestandteile: unter 200 mg/dl beim Gesamtcholesterin und unter 130 mg/dl beim LDL.

Ist ein hohes Non-HDL gut, weil „HDL“ darin vorkommt?

Nein — hier ist die Richtung genau umgekehrt. Beim HDL zeigt die günstige Richtung nach oben, beim Non-HDL nach unten: Der Wert fasst gerade jene Anteile zusammen, die sich in Gefäßwänden ablagern können, also alles außer dem HDL. Der Name führt an dieser Stelle leicht in die Irre, und die Verwechslung ist der häufigste Lesefehler bei diesem Wert.

Was ist der Unterschied zwischen Non-HDL und LDL?

Das LDL ist der größte Teil des Non-HDL, aber nicht sein Ganzes: Das Non-HDL enthält zusätzlich die übrigen Cholesterin-Fraktionen außer dem HDL. Deshalb liegt es rechnerisch über dem LDL-Wert. Beide werden zusammen mit Gesamtcholesterin, HDL und Triglyceriden gelesen — und die Einordnung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor, weil sie vom persönlichen Risiko abhängt.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): LDL-Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): HDL-Cholesterin — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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