Vitalstoffe

Selen

Auch: Serum-Selen · Plasma-Selen · Selen im Blut · Se

Kurz gesagt

Selen ist ein Spurenelement, das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als wichtig für den Schutz vor Zellschädigung durch freie Radikale, für die Regulation der Schilddrüsenhormone und als Baustein für Spermien beschreibt. Für den Selen-Wert im Blut gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund. Belegt ist die empfohlene Zufuhr über Lebensmittel: Die DGE nennt als Schätzwert 70 Mikrogramm pro Tag für erwachsene Männer und 60 Mikrogramm pro Tag für erwachsene Frauen (Stand der Ableitung 2015). Diese Zahlen beschreiben das Essen und sind keine Dosierung für ein Präparat — solche Mittel enthalten teils ein Vielfaches, und Selen hat ein schmales Fenster zwischen zu wenig und zu viel; die passende Wahl klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Was ist Selen?

Selen ist ein Spurenelement, das der Körper in sehr kleinen Mengen braucht — aber regelmäßig. Es steckt in einer Reihe von Eiweißen, die ohne Selen nicht arbeiten können.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt drei Aufgaben: den Schutz vor Zellschädigung durch freie Radikale, die Regulation der Schilddrüsenhormone und die Rolle als Baustein für Spermien. Die zweite ist der Grund, warum Selen in Gesprächen über die Schilddrüse regelmäßig auftaucht.

Eine Besonderheit macht Selen unter den Nährstoffen ungewöhnlich: Der Gehalt in pflanzlichen Lebensmitteln hängt vom Boden ab. Die DGE hält fest, dass die Selengehalte pflanzlicher Lebensmittel vom Selengehalt der Böden abhängen und großen Schwankungen unterliegen. Dasselbe Getreide kann je nach Anbaugebiet sehr unterschiedlich viel Selen enthalten.

Trotzdem ist ein Mangel hierzulande nicht die Regel: Das Risiko für eine Selenunterversorgung über die Ernährung ist laut DGE in Europa selten und besteht in der Regel nur bei Krankheiten, die den Selenstoffwechsel beeinträchtigen.

Zu den Selenquellen gehören laut DGE tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier; auf der pflanzlichen Seite nennt sie Kohl- und Zwiebelgemüse sowie Pilze, Spargel und Hülsenfrüchte.

Selen: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für Selen mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Erwachsene — Selen im Serum oder Plasma[2]kein einheitlicher Referenzbereichje nach Labor µg/l oder µmol/l
  • Erwachsene — Selen im Serum oder Plasma: Wir nennen hier bewusst keine Spanne: Für den Selen-Wert im Blut gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich. Das IQWiG hält für Laborwerte allgemein fest, dass Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen können und man sich stets nach dem Bereich auf dem eigenen Befund richten sollte.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Selen zu hoch: mögliche Ursachen

Hohe Selen-Werte entstehen praktisch nicht über das Essen, sondern über Präparate — vor allem hoch dosierte und über längere Zeit eingenommene.

Der Grund, warum das bei Selen ernster genommen wird als bei manchem anderen Nährstoff, liegt in der Spanne: Zwischen der Menge, die der Körper braucht, und der Menge, die zu viel ist, liegt bei Spurenelementen wenig Raum. Die DGE nennt für Erwachsene Schätzwerte von 60 bis 70 Mikrogramm pro Tag — eine Größenordnung, die eine einzelne Tablette leicht überschreitet.

Ein erhöhter Wert im Befund ist deshalb ein Anlass, die eingenommenen Präparate durchzugehen und die Frage nach der Dosis mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu klären — nicht, sie eigenständig weiter zu verändern.

Selen zu niedrig: mögliche Ursachen

Ein niedriger Selen-Wert ist in Deutschland seltener, als die Verbreitung von Selen-Präparaten vermuten lässt. Die DGE hält ausdrücklich fest: Das Risiko für eine Selenunterversorgung über die Ernährung ist in Europa selten und besteht in der Regel nur bei Krankheiten, die den Selenstoffwechsel beeinträchtigen.

Wo Schwankungen herkommen, erklärt die DGE ebenfalls: Die Selengehalte pflanzlicher Lebensmittel hängen vom Selengehalt der Böden ab und unterliegen großen Schwankungen. Eine rein pflanzliche Ernährung ist damit stärker vom Anbaugebiet abhängig als eine gemischte.

Was du tun kannst: Selenquellen einbauen. Die DGE nennt auf der tierischen Seite Fleisch, Fisch und Eier, auf der pflanzlichen Kohl- und Zwiebelgemüse sowie Pilze, Spargel und Hülsenfrüchte. Als Schätzwert für die Zufuhr gelten 70 Mikrogramm pro Tag (Männer) beziehungsweise 60 Mikrogramm pro Tag (Frauen).

⚠ Ein Selen-Präparat ist etwas anderes als ein Lebensmittel, und die Zahl oben ist keine Dosierung: Präparate enthalten oft ein Vielfaches. Selen hat unter den Spurenelementen ein besonders schmales Fenster zwischen zu wenig und zu viel — ob und in welcher Höhe eines für dich sinnvoll ist, gehört deshalb ins Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Was den Wert beeinflusst

  • Präparate. Der stärkste Faktor in Richtung hoher Werte, und praktisch der einzige.
  • Die Herkunft der Lebensmittel. Weil die Selengehalte pflanzlicher Lebensmittel laut DGE vom Boden abhängen und stark schwanken, wirkt sich das Anbaugebiet auf die Zufuhr aus — nicht nur die Menge auf dem Teller.
  • Erkrankungen, die den Selenstoffwechsel beeinträchtigen. Sie sind laut DGE in Europa der Regelfall für eine Unterversorgung.
  • Das Labor und das Material. Ohne einheitlichen Referenzbereich sind zwei Befunde aus zwei Laboren schwer vergleichbar; achte zusätzlich darauf, ob Serum, Plasma oder Vollblut gemessen wurde.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Rund 5 Prozent der Menschen liegen außerhalb des Referenzbereichs, obwohl sie gesund sind.

Wie gemessen wird

Selen wird aus dem Blut bestimmt, meist aus Serum oder Plasma; manche Labore messen zusätzlich im Vollblut. Das sind verschiedene Messungen mit verschiedenen Bereichen — welche auf deinem Befund steht, ist die erste Angabe, die du brauchst. Clamira führt Serum- und Vollblut-Werte deshalb getrennt.

Weil es keinen einheitlichen Referenzbereich gibt, ist der Bereich auf dem eigenen Befund hier die einzige verlässliche Bezugsgröße, und für Verlaufskontrollen ist dasselbe Labor die einzige sinnvolle Wahl.

Nimmst du ein Selen-Präparat, gehört das vor die Messung ins Gespräch: Der Wert beschreibt dann die Zufuhr und nicht den Ausgangszustand. Ob eine Selen-Bestimmung für deine Frage überhaupt der richtige Weg ist, klärst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Häufige Fragen

Welcher Selen-Wert im Blut ist normal?

Dafür gibt es keine allgemein gültige Zahl: Für den Selen-Wert im Blut existiert kein bundesweit einheitlicher Referenzbereich. Labore setzen aufgrund unterschiedlicher Messverfahren und Materialien eigene Bereiche an und berichten teils in µg/l, teils in µmol/l. Maßgeblich ist der Bereich, der auf deinem eigenen Befund steht.

Wie viel Selen am Tag ist empfohlen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr 70 Mikrogramm pro Tag für erwachsene Männer und 60 Mikrogramm pro Tag für erwachsene Frauen (Stand der Ableitung 2015). Das sind Angaben für die Ernährung und keine Präparate-Dosierungen — solche Mittel enthalten oft ein Vielfaches, und Selen hat ein schmales Fenster zwischen zu wenig und zu viel.

Ist ein Selenmangel in Deutschland häufig?

Die DGE hält fest, dass das Risiko für eine Selenunterversorgung über die Ernährung in Europa selten ist und in der Regel nur bei Krankheiten besteht, die den Selenstoffwechsel beeinträchtigen. Was allerdings schwankt, ist der Selengehalt pflanzlicher Lebensmittel: Er hängt laut DGE vom Selengehalt der Böden ab und unterliegt großen Schwankungen.

Braucht die Schilddrüse Selen?

Die DGE nennt die Regulation der Schilddrüsenhormone als eine von drei Aufgaben des Selens — neben dem Schutz vor Zellschädigung durch freie Radikale und der Rolle als Baustein für Spermien. Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass ein Präparat bei Schilddrüsenwerten hilft: Ob Selen in deinem Fall eine Rolle spielt, ist eine Frage an deine Ärztin oder deinen Arzt und nicht an einen einzelnen Laborwert.

Verwandte Werte

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Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Selen. Stand der Ableitung 2015, Seite abgerufen am 11.08.2026. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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