Vitalstoffe

Zink

Auch: Serum-Zink · Plasma-Zink · Zink im Blut · Zn

Kurz gesagt

Zink ist ein Spurenelement, das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als Bestandteil zahlreicher Enzyme und Proteine beschreibt — beteiligt unter anderem an Zellwachstum, Wundverschluss und Immunsystem. Für den Zink-Wert im Blut gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich: Maßgeblich ist der Bereich, den dein Labor auf dem Befund angibt. Belegt ist dagegen die empfohlene Zufuhr über Lebensmittel: Sie liegt laut DGE für erwachsene Männer je nach Phytatgehalt der Ernährung bei 11 bis 16 Milligramm pro Tag und für Frauen bei 7 bis 10 Milligramm pro Tag. Diese Zahlen beschreiben das Essen und sind keine Dosierung für ein Präparat — solche Mittel enthalten teils ein Vielfaches, und ob eines für dich sinnvoll ist, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Was ist Zink?

Zink gehört zu den Spurenelementen — der Körper braucht wenig davon, aber ohne geht es nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beschreibt es als Bestandteil zahlreicher Enzyme und Proteine, der an einer Vielzahl von Reaktionen im Körper beteiligt ist, zum Beispiel am Zellwachstum, am Verschließen von Wunden und am Immunsystem.

Die Besonderheit von Zink liegt in der Aufnahme. Wie viel von dem, was auf dem Teller liegt, tatsächlich im Körper ankommt, hängt stark davon ab, was daneben liegt: Phytat bindet Zink laut DGE im Magen-Darm-Trakt, sodass es nicht mehr vom Körper aufgenommen werden kann. Phytat steckt vor allem in Getreide und Hülsenfrüchten.

Das ist der Grund für eine Ungewöhnlichkeit der Referenzwerte: Die DGE gibt für Zink nicht eine Zahl an, sondern drei — gestaffelt nach niedriger, mittlerer und hoher Phytatzufuhr. Wer sich stark pflanzlich ernährt, braucht mehr Zink auf dem Teller, um dieselbe Menge im Körper zu haben.

Gute Lieferanten sind laut DGE Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Nüsse — mit dem Zusatz, dass Zink allgemein besser aus tierischen als aus pflanzlichen Lebensmitteln aufgenommen wird.

Zink: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für Zink mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Erwachsene — Zink im Serum oder Plasma[2]kein einheitlicher Referenzbereichje nach Labor µg/l, µg/dl oder µmol/l
  • Erwachsene — Zink im Serum oder Plasma: Wir nennen hier bewusst keine Spanne: Für den Zink-Wert im Blut gibt es keinen bundesweit einheitlichen Referenzbereich, und eine Zahl ohne Beleg wäre schlechter als keine. Das IQWiG hält für Laborwerte allgemein fest, dass Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen können und man sich stets nach dem Bereich auf dem eigenen Befund richten sollte.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Zink zu hoch: mögliche Ursachen

Über normale Lebensmittel sind hohe Zink-Werte kein übliches Problem — die Mengen im Essen reichen dafür nicht aus, und die Aufnahme im Darm ist ohnehin begrenzt.

Relevant wird die Frage bei Präparaten, vor allem hoch dosierten und über längere Zeit eingenommenen. Zink ist ein Spurenelement, und „viel hilft viel" trägt bei Spurenelementen grundsätzlich nicht: Sie greifen in Stoffwechselwege ein, die eng aufeinander abgestimmt sind.

Ein erhöhter Wert im Befund ist deshalb vor allem ein Anlass, die eingenommenen Präparate durchzugehen — mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, und bevor du die Dosis eigenständig veränderst.

Zink zu niedrig: mögliche Ursachen

Ein niedriger Zink-Wert wirft zuerst die Frage nach der Aufnahme auf, nicht nach der Menge auf dem Teller. Weil Phytat aus Getreide und Hülsenfrüchten Zink im Magen-Darm-Trakt bindet, kommt bei stark pflanzlicher Kost weniger im Körper an — die DGE trägt dem mit gestaffelten Referenzwerten Rechnung.

Welche Beschwerden ein Zinkmangel auslösen kann, listet die DGE auf — hier sinngemäß wiedergegeben: ein beeinträchtigtes Längenwachstum, Hautekzeme, Durchfälle, Störungen beim Verschließen von Wunden, Probleme der Wahrnehmung und des Erinnerungsvermögens sowie eine höhere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Diese Zeichen sind unspezifisch und passen zu vielem — sie sind kein Beleg für einen Mangel.

Was du tun kannst: zinkreich essen. Die DGE nennt Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Nüsse als Lieferanten und hält fest, dass Zink aus tierischen Lebensmitteln allgemein besser aufgenommen wird. Bei einem Präparat gilt dagegen dieselbe Zurückhaltung wie bei allen Spurenelementen: Ob eines nötig ist und in welcher Dosis, gehört ins Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt — die Zufuhr-Referenzwerte oben sind Angaben für die Ernährung, keine Tablettendosis.

Was den Wert beeinflusst

  • Phytat im Essen. Es bindet Zink laut DGE im Magen-Darm-Trakt, sodass es nicht mehr aufgenommen werden kann — der Grund für die nach Phytatzufuhr gestaffelten Referenzwerte.
  • Die Herkunft des Zinks. Aus tierischen Lebensmitteln wird es laut DGE allgemein besser aufgenommen als aus pflanzlichen.
  • Präparate. Sie heben den gemessenen Wert an; eine Messung während einer Einnahmephase beschreibt die Zufuhr, nicht den Ausgangszustand.
  • Das Labor und das Material. Ohne einheitlichen Referenzbereich wiegt das doppelt: Verschiedene Verfahren und verschiedene Einheiten (µg/l, µg/dl, µmol/l) machen zwei Befunde aus zwei Laboren schwer vergleichbar. Achte darauf, ob dein Befund Serum, Plasma oder Vollblut nennt — das sind verschiedene Messungen.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Rund 5 Prozent der Menschen liegen außerhalb des Referenzbereichs, obwohl sie gesund sind.

Wie gemessen wird

Zink wird aus dem Blut bestimmt, üblicherweise aus Serum oder Plasma; manche Labore messen es zusätzlich im Vollblut. Das sind verschiedene Messungen mit verschiedenen Bereichen — welche auf deinem Befund steht, ist die erste Angabe, die du brauchst. Bei Clamira werden Serum- und Vollblut-Werte deshalb auch getrennt geführt.

Weil es keinen einheitlichen Referenzbereich gibt, ist der Bereich auf dem eigenen Befund hier nicht nur maßgeblich, sondern die einzige verlässliche Bezugsgröße. Für Verlaufskontrollen ist dasselbe Labor die einzige sinnvolle Wahl.

Nimmst du ein Zink-Präparat, sag das vor der Messung. Und ob dieser Wert für deine Frage überhaupt der richtige ist, klärst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt — ein Spurenelement im Blut bildet die Versorgung des ganzen Körpers nur ausschnittsweise ab.

Häufige Fragen

Welcher Zink-Wert im Blut ist normal?

Dafür gibt es keine allgemein gültige Zahl: Für den Zink-Wert im Blut existiert kein bundesweit einheitlicher Referenzbereich. Labore setzen aufgrund unterschiedlicher Messverfahren und Materialien (Serum, Plasma, Vollblut) eigene Bereiche an und berichten teils in µg/l, teils in µg/dl oder µmol/l. Maßgeblich ist deshalb der Bereich, der auf deinem eigenen Befund steht.

Wie viel Zink am Tag ist empfohlen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung staffelt den Referenzwert nach der Phytatzufuhr, weil Phytat Zink im Magen-Darm-Trakt bindet. Für erwachsene Männer nennt sie 11 mg pro Tag bei niedriger, 14 mg bei mittlerer und 16 mg bei hoher Phytatzufuhr; für Frauen 7, 8 beziehungsweise 10 mg pro Tag (Stand der Ableitung 2019). Das sind Angaben für die Ernährung und keine Präparate-Dosierungen.

Welche Beschwerden kann ein Zinkmangel machen?

Die DGE nennt — hier sinngemäß wiedergegeben — ein beeinträchtigtes Längenwachstum, Hautekzeme, Durchfälle, Störungen beim Verschließen von Wunden, Probleme der Wahrnehmung und des Erinnerungsvermögens sowie eine höhere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Diese Zeichen sind unspezifisch — sie passen zu vielen anderen Ursachen ebenso und sind für sich genommen kein Beleg für einen Mangel. Die Einordnung gehört zu deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Brauche ich bei pflanzlicher Ernährung mehr Zink?

Die DGE trägt dem in ihren Referenzwerten Rechnung: Sie sind nach der Phytatzufuhr gestaffelt, weil Phytat — vor allem aus Getreide und Hülsenfrüchten — Zink im Magen-Darm-Trakt bindet, sodass es nicht mehr aufgenommen werden kann. Zusätzlich hält sie fest, dass Zink allgemein besser aus tierischen als aus pflanzlichen Lebensmitteln aufgenommen wird. Ob daraus in deinem Fall ein Präparat folgt, ist eine ärztliche Frage.

Verwandte Werte

Du hast einen aktuellen Wert für Zink vor dir?

Clamira liest deinen Befund und ordnet deine Werte verständlich ein — im Zusammenhang statt Zeile für Zeile, mit Hinweisen zu Ernährung und Nährstoffen. Deine Daten bleiben dabei deinem Konto vorbehalten.

Jetzt kostenlos Blutwerte analysieren lassen

Kostenlos heißt: ein Personen-Profil und deine erste vollständige Auswertung, ohne Kreditkarte.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Zink. Stand der Ableitung 2019, Seite abgerufen am 11.08.2026. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

Die Inhalte entstehen redaktionell auf Basis der unten genannten Quellen — Leitlinien, Fachgesellschaften und öffentliche Gesundheitsportale. Wir geben wieder, was dort steht, und stellen nichts daneben.