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Harnsäure

Auch: Urat · Harnsäure im Serum · Uric Acid

Kurz gesagt

Harnsäure entsteht laut IQWiG, wenn der Körper sogenannte Purine abbaut; ausgeschieden wird sie normalerweise über die Nieren mit dem Urin. Als Orientierung nennt die Quelle für Frauen über 18 Jahren 2,3 bis 6,1 mg/dl und für Männer 3,6 bis 8,2 mg/dl. Ein erhöhter Wert heißt Hyperurikämie — er kann zu Gichtanfällen führen, muss es aber nicht: Nur ein Drittel aller Menschen mit erhöhten Harnsäure-Spiegeln erkrankt auch an Gicht. Erniedrigte Werte verursachen laut Quelle keine Beschwerden und haben keinen Krankheitswert.

Was ist Harnsäure?

Harnsäure ist ein Endprodukt. Sie entsteht laut IQWiG, wenn der Körper Purine abbaut — und Purine sind wichtige Bausteine der Nukleinsäuren und damit der DNA.

Woher sie kommen, ist für das Verständnis des Werts entscheidend: Der Körper bildet sie überwiegend selbst, aber sie werden auch über die Nahrung aufgenommen. Vor allem Fleisch, Innereien und Fisch enthalten viel davon. Die Ernährung ist also ein Faktor unter mehreren, nicht der einzige.

Ausgeschieden wird die Harnsäure normalerweise über die Nieren mit dem Urin. Damit hängt der Blutspiegel — wie beim Kreatinin — an zwei Größen: wie viel anfällt und wie viel den Körper verlässt. Die Quelle nennt die zweite als die häufigere Ursache erhöhter Werte.

Bestimmt wird der Wert laut IQWiG aus verschiedenen Gründen: Er kann bei der Feststellung einer Gicht und der Überwachung ihrer Therapie helfen, die Ursache von Nierensteinen finden helfen, und den Verlauf mancher Stoffwechselkrankheiten, Nierenerkrankungen oder Krebserkrankungen kontrollieren. Auch im Rahmen einer Chemo- oder Strahlentherapie wird er überprüft.

Zusätzlich kann der Harnsäure-Wert im Urin bestimmt werden — sinnvoll etwa, wenn eine erhöhte Konzentration im Blut festgestellt wurde und man den Ursachen auf den Grund gehen will.

Harnsäure: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für Harnsäure mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen über 18 Jahren[1]2,3 – 6,1mg/dl
Männer über 18 Jahren[1]3,6 – 8,2mg/dl
  • Frauen über 18 Jahren: Entspricht 137 – 363 µmol/l.
  • Männer über 18 Jahren: Entspricht 214 – 488 µmol/l.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Harnsäure zu hoch: mögliche Ursachen

Bei einem erhöhten Harnsäure-Wert sprechen Fachleute laut IQWiG von einer Hyperurikämie. Eine mögliche Folge ist, dass sich die Harnsäure mit der Zeit in den Gelenken ablagert und Gichtanfälle auslöst; sie kann sich außerdem in den Nieren ablagern und so zu Nieren- und Harnsteinen führen.

⚠ Der Satz, der diese Seite trägt, steht direkt daneben: Nur ein Drittel aller Menschen mit erhöhten Harnsäure-Spiegeln erkrankt auch an Gicht — viele Menschen haben erhöhte Werte, ohne Beschwerden zu haben.

Als Ursachen nennt die Quelle:

  • Eine zu geringe Ausscheidung — meistens sammelt sich Harnsäure an, weil die Nieren sie nicht genügend ausscheiden. Das kann an Erkrankungen wie einer Niereninsuffizienz oder bestimmten Schwangerschaftserkrankungen liegen.
  • Medikamente: niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS), das Parkinson-Medikament Levodopa und bestimmte Mittel nach einer Organtransplantation.
  • Ein vermehrter Anfall — etwa während einer Krebstherapie, bei der viele Zellen zerstört werden und entsprechend viel Purin abgebaut werden muss. Auch Krebserkrankungen wie Leukämie und Blutbildungsstörungen gehen mit erhöhten Werten einher; selten sind Erbkrankheiten die Ursache.
  • Die Ernährung — viele purinreiche Lebensmittel zu essen oder viel Alkohol zu trinken, erhöht den Spiegel ebenfalls.

Was du tun kannst, formuliert die Quelle mit Augenmaß: Erhöhte Werte sind verbreitet, und wenn sie keine Beschwerden machen, müssen sie nicht unbedingt behandelt werden — sinnvoll ist es trotzdem, sie ärztlich abklären zu lassen, weil auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinterstecken können.

Um Problemen wie Nierensteinen und Gichtanfällen vorzubeugen, kann es sinnvoll sein, den Wert zu senken. Einigen Menschen hilft laut IQWiG schon, weniger Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte zu essen und weniger Alkohol zu trinken. Reicht das nicht aus oder ist die Nierenfunktion eingeschränkt, können harnsäuresenkende Medikamente infrage kommen.

Harnsäure zu niedrig: mögliche Ursachen

Bei einem erniedrigten Harnsäure-Wert sprechen Fachleute laut IQWiG von einer Hypourikämie. Die Quelle ordnet sie klar ein: Das verursacht keine Beschwerden und hat keinen Krankheitswert.

Als Ursachen nennt sie:

  • Meistens eine zu hohe Dosis harnsäuresenkender Medikamente wie Allopurinol. Diese werden manchmal bei Gicht verschrieben und sorgen dafür, dass die Niere mehr Harnsäure ausscheidet.
  • Nur selten Krankheiten — beispielsweise können seltene Stoffwechselerkrankungen den Körper daran hindern, Harnsäure zu bilden.

Der Wert ist laut Quelle ohnehin nur selten stark erniedrigt. Sinnvoll ist es trotzdem, die Ursache zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt zu klären — dann lässt sich feststellen, welche Maßnahmen sinnvoll sind, etwa eine zugrunde liegende Krankheit zu behandeln oder eine Medikamentendosis anzupassen.

Was den Wert beeinflusst

  • Die Nierenfunktion. Der stärkste Faktor: Meistens sammelt sich Harnsäure an, weil die Nieren sie nicht genügend ausscheiden.
  • Medikamente in beide Richtungen. Niedrig dosierte ASS, Levodopa und bestimmte Mittel nach einer Organtransplantation heben den Wert; harnsäuresenkende Mittel wie Allopurinol senken ihn, bei zu hoher Dosis deutlich.
  • Die Ernährung. Viele purinreiche Lebensmittel — die Quelle nennt vor allem Fleisch, Innereien und Fisch — sowie viel Alkohol erhöhen den Spiegel. Der Körper bildet Purine allerdings überwiegend selbst.
  • Ein vermehrter Zellabbau. Krebstherapien, Leukämie und Blutbildungsstörungen gehen laut Quelle mit erhöhten Werten einher.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.

Wie gemessen wird

Um die Harnsäure-Konzentration zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene. Eine besondere Vorbereitung nennt die Quelle nicht.

Zusätzlich kann der Harnsäure-Wert im Urin bestimmt werden. Das ist laut Quelle zum Beispiel sinnvoll, wenn eine erhöhte Konzentration im Blut festgestellt wurde und man den Ursachen auf den Grund gehen will — oder wenn die Ursache von Nierensteinen abzuklären ist. ⚠ Der Urin-Wert ist ein anderer Marker mit eigener Skala; Clamira führt ihn getrennt vom Blutwert.

Für die Einordnung zählt vor allem eines: Ein erhöhter Wert ist häufig und für sich genommen keine Krankheit. Nur ein Drittel der Menschen mit erhöhten Spiegeln erkrankt an Gicht, und erhöhte Werte ohne Beschwerden müssen laut IQWiG nicht unbedingt behandelt werden. Ob in deinem Fall etwas zu tun ist, klärt deine Ärztin oder dein Arzt.

Häufige Fragen

Welcher Harnsäure-Wert ist normal?

Das IQWiG nennt für Frauen über 18 Jahren 2,3 bis 6,1 mg/dl (137 bis 363 µmol/l) und für Männer 3,6 bis 8,2 mg/dl (214 bis 488 µmol/l). Weil verschiedene Testverfahren im Einsatz sind, gibt jedes Labor eigene Referenzbereiche an — maßgeblich ist der auf deinem Befund.

Bekomme ich Gicht, wenn meine Harnsäure erhöht ist?

Nicht zwangsläufig. Das IQWiG hält ausdrücklich fest: Nur ein Drittel aller Menschen mit erhöhten Harnsäure-Spiegeln erkrankt auch an Gicht — viele haben erhöhte Werte, ohne Beschwerden zu haben. Erhöhte Werte sind verbreitet, und wenn sie keine Beschwerden machen, müssen sie laut Quelle nicht unbedingt behandelt werden. Sinnvoll ist es trotzdem, sie ärztlich abklären zu lassen.

Welche Ernährung senkt die Harnsäure?

Das IQWiG nennt genau zwei Maßnahmen: weniger Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte essen und weniger Alkohol trinken. Einigen Menschen hilft das bereits. Wichtig zur Einordnung: Purine bildet der Körper überwiegend selbst, die Ernährung ist also ein Faktor unter mehreren. Reicht die Umstellung nicht aus oder ist die Nierenfunktion eingeschränkt, können harnsäuresenkende Medikamente infrage kommen — das entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.

Was bedeutet ein zu niedriger Harnsäure-Wert?

Fachlich heißt das Hypourikämie. Das IQWiG ordnet sie klar ein: Sie verursacht keine Beschwerden und hat keinen Krankheitswert. Meistens ist eine zu hohe Dosis harnsäuresenkender Medikamente wie Allopurinol die Ursache; nur selten stecken Krankheiten dahinter, etwa seltene Stoffwechselerkrankungen. Sinnvoll ist es trotzdem, die Ursache ärztlich klären zu lassen.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Harnsäure — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

Die Inhalte entstehen redaktionell auf Basis der unten genannten Quellen — Leitlinien, Fachgesellschaften und öffentliche Gesundheitsportale. Wir geben wieder, was dort steht, und stellen nichts daneben.