Blutbild

MCHC

Auch: mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration · mittlere Hämoglobin-Konzentration · Hämoglobin-Dichte

Kurz gesagt

Die MCHC — mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration — gibt laut IQWiG die durchschnittliche Konzentration von Hämoglobin in den roten Blutkörperchen an; sie beschreibt also, wie dicht die Zellen mit Blutfarbstoff gefüllt sind. Berechnet wird sie aus dem Verhältnis des Gesamt-Hämoglobins zum Hämatokrit. Als Referenzbereich nennt die Quelle für Frauen und Männer über 18 Jahren 33 bis 36 g/dl. Eine erniedrigte MCHC spricht für eine gestörte Herstellung der roten Blutkörperchen, etwa bei Eisenmangel; erhöhte Werte sind selten und mit angeborenen Formen der Blutarmut verbunden.

Was ist MCHC?

Von den drei Blutbild-Indizes ist die MCHC der am schwersten zugängliche — weil sie sich nur im Vergleich zu ihren beiden Nachbarn erklären lässt.

  • Das MCV sagt, wie groß eine rote Blutzelle im Durchschnitt ist.
  • Das MCH sagt, wie viel Farbstoff eine Zelle enthält.
  • Die MCHC sagt, wie viel Farbstoff pro Volumen in ihr steckt — also die Dichte.

Der Unterschied zwischen MCH und MCHC ist genau der zwischen „wie viel ist drin" und „wie voll ist es". Eine große Zelle kann viel Farbstoff enthalten (hohes MCH) und trotzdem normal gefüllt sein (normale MCHC), weil auch mehr Platz da ist.

Das IQWiG beschreibt die MCHC so: Sie gibt die durchschnittliche Konzentration von Hämoglobin in den roten Blutkörperchen an und lässt sich aus dem Verhältnis des Gesamt-Hämoglobins zum Hämatokrit berechnen. Auch sie ist damit ein Rechenwert und erscheint automatisch mit dem kleinen Blutbild.

⚠ Und jetzt der Vorbehalt, der für die Gewichtung dieses Werts der wichtigste ist — er steht so in der Quelle: Die MCHC kann bei vielen Erkrankungen der Blutbildung trotzdem im Referenzbereich liegen. Der Wert ist deshalb nicht so aussagekräftig wie die anderen Erythrozyten-Indizes MCH und MCV. Eine unauffällige MCHC ist also keine Entwarnung.

Wozu sie dann dient, sagt das IQWiG ebenfalls: Ärztinnen und Ärzte schätzen mit der MCHC eher ab, ob die anderen Blutwerte plausibel sind. Sie ist damit weniger ein eigener Befund als eine Probe aufs Exempel für die Werte daneben.

MCHC: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für MCHC mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen über 18 Jahren[1]33 – 36g/dl
Männer über 18 Jahren[1]33 – 36g/dl
  • Frauen über 18 Jahren: Genauer: Gramm pro Deziliter ZELLVOLUMEN — die MCHC bezieht sich nicht auf das Blut insgesamt, sondern auf den Zellanteil. Dieselbe Quelle nennt den Bereich auch als 330 – 360 g/l.
  • Männer über 18 Jahren: Entspricht 330 – 360 g/l; der Bereich ist für Frauen und Männer identisch.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

MCHC zu hoch: mögliche Ursachen

Eine erhöhte MCHC ist der seltene Fall, und die Quelle nennt dafür genau zwei Gründe: Die MCHC ist laut IQWiG bei bestimmten angeborenen Formen der Blutarmut erhöht — der Sichelzellanämie und der Kugelzellanämie. Die Quelle hält ausdrücklich fest, dass diese selten sind.

Der Zusammenhang ergibt sich aus der Zellform: Bei beiden Erkrankungen sind die roten Blutkörperchen verformt und verschleißen deshalb schneller.

Weil hinter erhöhten Werten auch ernstzunehmende Erkrankungen stehen können, ist es laut IQWiG sinnvoll, die Ergebnisse von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen. Für die Einordnung zählt dabei nicht die MCHC allein, sondern das gesamte Blutbild — und die Frage, ob der Wert im Verlauf reproduzierbar ist.

MCHC zu niedrig: mögliche Ursachen

Ist die MCHC erniedrigt, ist laut IQWiG die Herstellung der roten Blutkörperchen gestört. Die Zellen sind dann weniger dicht mit Farbstoff gefüllt, als sie sein sollten.

Als Ursachen nennt die Quelle:

  • Eisenmangel — dieselbe Ursache wie bei einem niedrigen MCV und einem niedrigen MCH, und aus demselben Grund: Ohne Eisen entsteht kein Hämoglobin.
  • Angeborene Störungen der Hämoglobin-Bildung, wie bei einer Thalassämie.

Typischerweise tritt eine erniedrigte MCHC also nicht allein auf, sondern zusammen mit kleinen und blassen Zellen — dem Bild einer Eisenmangel-Anämie.

Was du tun kannst, hängt an der Ursache. Für die häufigste schreibt das IQWiG: Bei einem Eisenmangel reicht es manchmal schon aus, auf mehr Eisen in der Ernährung zu achten oder entsprechende Ersatzpräparate zu nehmen. Ob ein Präparat für dich sinnvoll ist und in welcher Dosis, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt — und vorher gehört geklärt, woher der Mangel kommt.

Was den Wert beeinflusst

  • Die beiden Ausgangswerte. Die MCHC wird aus Gesamt-Hämoglobin und Hämatokrit berechnet. Weil der Hämatokrit am Flüssigkeitshaushalt hängt, wandert diese Abhängigkeit rechnerisch in die MCHC.
  • Der Eisenhaushalt. Er ist der häufigste Weg zu einer erniedrigten MCHC — über die gestörte Hämoglobin-Bildung.
  • Angeborene Besonderheiten der Blutbildung. Die Quelle nennt die Thalassämie (erniedrigt) sowie Sichelzell- und Kugelzellanämie (erhöht).
  • Die Bezugsgröße. Die MCHC bezieht sich auf das ZELLVOLUMEN, nicht auf das Blut insgesamt. Wer sie mit dem Hämoglobin-Wert vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Bezugsgrößen.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Rund 5 Prozent der Menschen liegen außerhalb des Referenzbereichs, obwohl sie gesund sind.

Wie gemessen wird

Die MCHC wird nicht eigens gemessen, sondern berechnet — laut IQWiG aus dem Verhältnis des Gesamt-Hämoglobins zum Hämatokrit. Für die Blutabnahme gilt deshalb dasselbe wie fürs kleine Blutbild: etwas Blut aus der Armvene, nüchtern musst du nicht sein.

Gelesen wird sie nur zusammen mit Hämoglobin, Hämatokrit, MCV und MCH — und mit dem Vorbehalt der Quelle: Sie ist nicht so aussagekräftig wie MCH und MCV, und Ärztinnen und Ärzte schätzen mit ihr eher ab, ob die anderen Blutwerte plausibel sind.

Für Verlaufskontrollen ist dasselbe Labor sinnvoll. Und weil beide Ausgangswerte in die Rechnung eingehen, lohnt bei einer auffälligen MCHC immer der Blick darauf, ob einer von beiden die Abweichung erklärt — diese Einordnung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.

Häufige Fragen

Welcher MCHC-Wert ist normal?

Das IQWiG nennt für Frauen und Männer über 18 Jahren 33 bis 36 g/dl, gleichbedeutend mit 330 bis 360 g/l. Die Bezugsgröße ist dabei das Zellvolumen, nicht das Blut insgesamt. Maßgeblich ist der Bereich, der auf deinem eigenen Befund steht. Wichtig dazu: Eine MCHC im Referenzbereich ist laut Quelle keine Entwarnung — der Wert kann bei vielen Erkrankungen der Blutbildung trotzdem unauffällig sein.

Wie aussagekräftig ist die MCHC?

Weniger als ihre beiden Nachbarn, und das sagt die Quelle ausdrücklich: Die MCHC kann bei vielen Erkrankungen der Blutbildung trotzdem im Referenzbereich liegen, und der Wert ist deshalb nicht so aussagekräftig wie die anderen Erythrozyten-Indizes MCH und MCV. Wozu er dient, hält das IQWiG ebenfalls fest — Ärztinnen und Ärzte schätzen mit der MCHC eher ab, ob die anderen Blutwerte plausibel sind. Sie ist also weniger ein eigener Befund als eine Probe aufs Exempel für die Werte daneben.

Was ist der Unterschied zwischen MCH und MCHC?

Das MCH sagt, wie viel Blutfarbstoff eine einzelne rote Blutzelle im Durchschnitt enthält. Die MCHC sagt, wie dicht sie damit gefüllt ist — also wie viel Farbstoff pro Zellvolumen. Der Unterschied ist der zwischen „wie viel ist drin" und „wie voll ist es". Eine große Zelle kann viel Farbstoff enthalten und trotzdem normal gefüllt sein, weil auch mehr Platz da ist. Berechnet werden sie aus verschiedenen Ausgangswerten: das MCH aus Hämoglobin und Erythrozytenzahl, die MCHC aus Hämoglobin und Hämatokrit.

Was bedeutet eine zu niedrige MCHC?

Laut IQWiG ist dann die Herstellung der roten Blutkörperchen gestört. Als Ursache nennt die Quelle zum Beispiel einen Eisenmangel; auch angeborene Störungen der Hämoglobin-Bildung wie bei einer Thalassämie können zu einer geringeren MCHC führen. Meist tritt der Wert nicht allein auf, sondern zusammen mit einem niedrigen MCV und MCH — dem Bild einer Eisenmangel-Anämie.

Was bedeutet eine zu hohe MCHC?

Das ist der seltene Fall. Die MCHC ist laut IQWiG bei bestimmten angeborenen Formen der Blutarmut erhöht — der Sichelzellanämie und der Kugelzellanämie. Bei beiden sind die roten Blutkörperchen verformt und verschleißen deshalb schneller; die Quelle hält ausdrücklich fest, dass diese Erkrankungen selten sind. Weil auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinterstecken können, ist es laut IQWiG sinnvoll, erhöhte Werte von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): MCHC (mittlere korpuskuläre Hämoglobin-Konzentration) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): MCH (mittleres korpuskuläres Hämoglobin) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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