Blutbild

MCH

Auch: mittleres korpuskuläres Hämoglobin · HbE · Hämoglobin je Erythrozyt

Kurz gesagt

MCH steht für „mittleres korpuskuläres Hämoglobin" und gibt laut IQWiG an, wie viel Hämoglobin die roten Blutkörperchen im Durchschnitt enthalten — es ist also nicht der Hämoglobin-Wert selbst, sondern der Anteil je Zelle. Berechnet wird es aus dem Verhältnis von Hämoglobin zur Anzahl der Erythrozyten. Als Referenzbereich nennt die Quelle für Frauen und Männer über 18 Jahren 28 bis 33 Pikogramm (pg). Ein niedriges MCH spricht meist für einen Eisenmangel, ein hohes am häufigsten für einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel.

Was ist MCH?

Wenn auf einem Befund „Hämoglobin" und „MCH" untereinander stehen, sehen sie aus wie zwei Fassungen desselben Werts. Sie sind es nicht — und der Unterschied ist der Kern dieser Seite.

Das Hämoglobin misst die Menge des roten Blutfarbstoffs im Blut insgesamt. Das MCH misst, wie viel davon im Durchschnitt in einer einzelnen Zelle steckt. Das IQWiG formuliert es so: MCH gibt an, wie viel Hämoglobin die roten Blutkörperchen im Durchschnitt enthalten, und lässt sich aus dem Verhältnis von Hämoglobin zu der Anzahl an Erythrozyten im gesamten Blut berechnen. Die Quelle hält ausdrücklich fest: Es ist nicht der Hämoglobin-Wert selbst.

Gemessen wird das MCH also nicht — es ist ein Rechenwert und erscheint automatisch mit dem kleinen Blutbild. Gezielt „verbessern" lässt es sich deshalb nicht; was sich ändern kann, sind seine beiden Ausgangswerte.

Sein Nutzen liegt, wie beim MCV, im Eingrenzen einer Blutarmut. Wenig Farbstoff je Zelle weist in eine andere Richtung als viel — und weil kleine Zellen meist auch weniger Farbstoff enthalten, laufen MCV und MCH in aller Regel parallel. Das ist der Grund, warum ihre Ursachenlisten einander so ähnlich sehen: Sie beschreiben dieselbe Blutarmut aus zwei Blickwinkeln.

MCH: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für MCH mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen über 18 Jahren[1]28 – 33pg
Männer über 18 Jahren[1]28 – 33pg
  • Frauen über 18 Jahren: pg steht für Pikogramm. Der Bereich ist für Frauen und Männer identisch — wie beim MCV und anders als beim Hämoglobin.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

MCH zu hoch: mögliche Ursachen

Ein hohes MCH heißt: Die einzelnen roten Blutkörperchen enthalten mehr Farbstoff als üblich — in aller Regel, weil sie größer sind als üblich. Als Ursachen nennt das IQWiG:

  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel — die häufigsten.
  • Erkrankungen, die die Blutbildung beeinflussen: Die Quelle nennt Krebserkrankungen und chronische Lebererkrankungen.
  • Viel Alkohol zu trinken kann ebenfalls zu einem erhöhten MCH führen.
  • Bestimmte Medikamente — die Quelle nennt das Rheuma-Medikament Methotrexat und hormonelle Verhütungsmittel.

Zum Vorgehen schreibt das IQWiG: Beruht der erhöhte MCH-Wert im Rahmen einer Anämie auf einem Vitamin- oder Folsäuremangel, lässt sie sich oft durch Ersatzpräparate und eine angepasste Ernährung behandeln. Welcher der beiden Mängel vorliegt — oder ob überhaupt einer —, zeigt erst eine gezielte Messung; die Einordnung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.

MCH zu niedrig: mögliche Ursachen

Ein niedriges MCH heißt: In den roten Blutkörperchen steckt im Durchschnitt zu wenig Farbstoff. Als Ursachen nennt das IQWiG:

  • Eisenmangel — meist ist er der Grund, denn ohne Eisen kann der Körper kein Hämoglobin herstellen. Etwa die Hälfte aller Anämien entsteht so.
  • Selten angeborene Krankheiten, bei denen nicht genügend Hämoglobin gebildet wird, zum Beispiel eine Thalassämie.
  • Auch Infektionen oder Erkrankungen der Nieren oder des Knochenmarks können die Blutbildung stören.

Meist geht damit ein niedriges MCV einher — die Zellen sind dann klein und blass. Das ist das typische Bild einer Eisenmangel-Anämie.

Was du tun kannst, hängt an der Ursache. Für die häufigste schreibt das IQWiG: Wenn ein Eisenmangel die Ursache ist, reicht es manchmal schon aus, auf mehr Eisen in der Ernährung zu achten oder Ersatzpräparate zu nehmen. Ob ein Präparat sinnvoll ist und in welcher Dosis, gehört ins Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt — vorher gehört geklärt, woher der Mangel kommt.

Was den Wert beeinflusst

  • Die beiden Ausgangswerte. Das MCH wird aus dem Hämoglobin und der Erythrozytenzahl berechnet. Verändert sich einer der beiden, verändert sich das MCH — auch dann, wenn mit den Zellen selbst nichts ist.
  • Eisen senkt es bei Mangel, Vitamin B12 und Folsäure heben es bei Mangel. Zwei Richtungen, die sich gegenseitig verdecken können.
  • Alkohol. Übermäßiger Konsum hebt den Wert laut IQWiG an.
  • Medikamente. Die Quelle nennt Methotrexat und hormonelle Verhütungsmittel.
  • Lebererkrankungen. Sie stehen in der Quelle unter den Ursachen erhöhter Werte.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Rund 5 Prozent der Menschen liegen außerhalb des Referenzbereichs, obwohl sie gesund sind.

Wie gemessen wird

Das MCH wird nicht eigens gemessen, sondern aus zwei Werten des kleinen Blutbilds berechnet — laut IQWiG aus dem Verhältnis von Hämoglobin zur Anzahl der Erythrozyten. Für die Blutabnahme gilt deshalb dasselbe wie fürs kleine Blutbild: etwas Blut aus der Armvene, nüchtern musst du nicht sein.

Gelesen wird es zusammen mit Hämoglobin, MCV und MCHC. Die Kombination trägt die Aussage: Kleine Zellen mit wenig Farbstoff (niedriges MCV, niedriges MCH) weisen in eine andere Richtung als große mit viel.

Ein Punkt, der beim Vergleich zweier Befunde hilft: Weil das MCH ein Mittelwert je Zelle ist, reagiert es träger als das Hämoglobin. Rote Blutkörperchen leben rund 120 Tage — was sich heute im Eisenhaushalt ändert, ist erst über Wochen an den Indizes ablesbar. Auffällige Werte gehören ärztlich eingeordnet, gern im Vergleich zu früheren Befunden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MCH und Hämoglobin?

Das Hämoglobin misst die Menge des roten Blutfarbstoffs im Blut insgesamt. Das MCH gibt an, wie viel Hämoglobin ein einzelnes rotes Blutkörperchen im Durchschnitt enthält — das IQWiG hält ausdrücklich fest, dass es nicht der Hämoglobin-Wert selbst ist. Berechnet wird es aus dem Verhältnis von Hämoglobin zur Anzahl der Erythrozyten. Deshalb kann das MCH auffällig sein, während das Hämoglobin noch im Bereich liegt.

Welcher MCH-Wert ist normal?

Das IQWiG nennt für Frauen und Männer über 18 Jahren 28 bis 33 Pikogramm (pg). Der Bereich ist für beide Geschlechter identisch, wie beim MCV. Maßgeblich ist der Bereich, der auf deinem eigenen Befund steht — er kann je nach Labor und Messverfahren abweichen.

Was bedeutet ein zu niedriges MCH?

In den roten Blutkörperchen steckt im Durchschnitt zu wenig Farbstoff. Meist ist laut IQWiG ein Eisenmangel die Ursache — ohne Eisen kann der Körper kein Hämoglobin herstellen, und etwa die Hälfte aller Anämien entsteht so. Selten stehen angeborene Krankheiten wie eine Thalassämie dahinter; auch Infektionen oder Erkrankungen der Nieren oder des Knochenmarks können die Blutbildung stören. Meist ist dann auch das MCV niedrig — die Zellen sind klein und blass.

Was bedeutet ein zu hohes MCH?

Die einzelnen roten Blutkörperchen enthalten mehr Farbstoff als üblich, in aller Regel weil sie größer sind. Die häufigsten Ursachen sind laut IQWiG ein Vitamin-B12- oder Folsäuremangel. Daneben nennt die Quelle Krebserkrankungen, die die Blutbildung beeinflussen, chronische Lebererkrankungen, viel Alkohol sowie bestimmte Medikamente — etwa Methotrexat oder hormonelle Verhütungsmittel.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): MCH (mittleres korpuskuläres Hämoglobin) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): MCV (mittleres Zellvolumen) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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