Blutbild

MCV

Auch: mittleres Zellvolumen · mittleres korpuskuläres Volumen · mean corpuscular volume · Erythrozytenvolumen

Kurz gesagt

Das MCV — mittleres Zellvolumen, vom englischen „mean corpuscular volume" — beschreibt laut IQWiG das durchschnittliche Volumen der roten Blutkörperchen, gibt also an, wie groß die Zellen im Durchschnitt sind. Als Referenzbereich nennt die Quelle für Frauen und Männer über 18 Jahren 80 bis 96 Femtoliter (fl); maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund. Sein Nutzen liegt im Eingrenzen: Ein niedriges MCV weist meist auf einen Eisenmangel hin, ein hohes am häufigsten auf einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel.

Was ist MCV?

Das MCV beantwortet eine einzige, sehr konkrete Frage: Wie groß sind die roten Blutkörperchen im Durchschnitt? Das IQWiG formuliert es so: Das mittlere Zellvolumen wird meist als MCV abgekürzt und beschreibt das durchschnittliche Volumen der roten Blutkörperchen.

Gemessen wird das nicht eigens. Die Quelle hält fest, dass sich das MCV aus dem Verhältnis des Hämatokrit zu der Anzahl an Erythrozyten im gesamten Blut berechnen lässt. Es erscheint deshalb automatisch mit, sobald ein kleines Blutbild angefordert wird — und es lässt sich nicht gezielt „verbessern", weil es kein eigener Stoff ist, sondern ein Verhältnis.

Der eigentliche Wert dieses Werts liegt im Eingrenzen einer Blutarmut. Dass jemand zu wenig Hämoglobin hat, sagt noch nicht, warum. Die Größe der Zellen sagt es oft:

  • zu klein (fachlich „mikrozytär", vom griechischen Wort für kleinzellig) — in der Regel enthalten die Blutzellen dann laut IQWiG auch weniger Hämoglobin;
  • zu groß („makrozytär", großzellig) — normalerweise enthalten die Blutzellen dann auch mehr Hämoglobin.

Diese zwei Richtungen führen zu ganz verschiedenen Ursachen, und genau deshalb steht das MCV auf jedem kleinen Blutbild.

MCV: Normalwerte und Referenzbereiche

Referenz- und Richtwerte für MCV mit Angabe der jeweiligen Quelle
GruppeBereichEinheit
Frauen über 18 Jahren[1]80 – 96fl
Männer über 18 Jahren[1]80 – 96fl
  • Frauen über 18 Jahren: fl steht für Femtoliter. Der Bereich ist bei diesem Wert für Frauen und Männer identisch — anders als bei Hämoglobin, Hämatokrit und der Erythrozytenzahl.

Referenzbereiche sind laborabhängig — maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

MCV zu hoch: mögliche Ursachen

Ein erhöhtes MCV bedeutet laut IQWiG, dass die roten Blutkörperchen zu groß sind. Eine Blutarmut mit hohem MCV bezeichnen Fachleute als makrozytär — griechisch für „großzellig". Normalerweise enthalten die Blutzellen dann auch mehr Hämoglobin.

Als Ursachen nennt die Quelle:

  • Ein Vitamin-B12- oder ein Folsäuremangel — die häufigsten.
  • Erkrankungen, die die Blutbildung stören.
  • Manchmal eine Magenerkrankung. Der Zusammenhang ist plausibel: Für die Aufnahme von Vitamin B12 braucht der Körper einen Helfer aus dem Magen.
  • Übermäßiger Alkoholkonsum.
  • Bestimmte Medikamente, zum Beispiel Methotrexat oder die Antibabypille.

Zum Vorgehen schreibt das IQWiG: Beruht ein erhöhtes MCV im Rahmen einer Anämie auf einem Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, lässt sich die Anämie manchmal schon durch Ersatzpräparate oder eine angepasste Ernährung behandeln. Welcher der beiden Mängel vorliegt — und ob überhaupt einer —, klärt eine gezielte Messung; die Einordnung nimmt deine Ärztin oder dein Arzt vor.

MCV zu niedrig: mögliche Ursachen

Ein erniedrigtes MCV bedeutet laut IQWiG, dass die roten Blutkörperchen im Mittel zu klein sind. Eine Blutarmut mit niedrigem MCV nennen Fachleute mikrozytär — der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet „kleinzellig". In der Regel enthalten die Blutzellen dann auch weniger Hämoglobin.

Als Ursachen nennt die Quelle:

  • Eisenmangel — meist ist er der Grund, denn ohne Eisen kann der Körper kein Hämoglobin herstellen.
  • Selten angeborene Krankheiten, bei denen die Bildung von Hämoglobin gestört ist, zum Beispiel eine Thalassämie.
  • Auch Infektionen oder Erkrankungen der Nieren oder des Knochenmarks können die Blutbildung einschränken.

Was du tun kannst, hängt an der Ursache — und die häufigste ist gut behandelbar. Das IQWiG schreibt: Wenn ein Eisenmangel die Ursache ist, reicht es manchmal schon aus, auf mehr Eisen in der Ernährung zu achten oder Ersatzpräparate zu nehmen. Ob ein Präparat sinnvoll ist und in welcher Dosis, gehört ins Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt: Erst gehört geklärt, woher der Mangel kommt.

Was den Wert beeinflusst

  • Die beiden Ausgangswerte. Das MCV wird aus Hämatokrit und Erythrozytenzahl berechnet — jede Schwankung dort wandert ins Ergebnis. Weil der Hämatokrit am Flüssigkeitshaushalt hängt, tut das MCV es mittelbar auch.
  • Eisen auf der einen Seite, Vitamin B12 und Folsäure auf der anderen. Sie ziehen den Wert in entgegengesetzte Richtungen — das ist der Grund, warum ein MCV im Normalbereich einen Mangel nicht ausschließt, wenn beide Richtungen gleichzeitig vorliegen.
  • Alkohol. Übermäßiger Konsum hebt den Wert laut IQWiG an, auch ohne Blutarmut.
  • Medikamente. Die Quelle nennt Methotrexat und die Antibabypille.

Und allgemein gilt, was das IQWiG für alle Laborwerte schreibt: Rund 5 Prozent der Menschen liegen außerhalb des Referenzbereichs, obwohl sie gesund sind.

Wie gemessen wird

Das MCV wird nicht eigens gemessen, sondern berechnet — laut IQWiG aus dem Verhältnis des Hämatokrit zu der Anzahl an Erythrozyten im gesamten Blut. Für die Blutabnahme gilt deshalb, was für das kleine Blutbild gilt: etwas Blut aus der Armvene, nüchtern musst du nicht sein.

Gelesen wird das MCV immer zusammen mit dem Hämoglobin und dem MCH. Die Kombination ist der eigentliche Informationsgewinn: kleine Zellen mit wenig Farbstoff weisen in eine andere Richtung als große mit viel.

Ein Hinweis, der oft fehlt: Weil das MCV ein Mittelwert ist, kann es unauffällig sein, obwohl gleichzeitig zu kleine und zu große Zellen im Blut sind — die beiden Abweichungen heben sich in der Rechnung auf. Für diesen Fall gibt es die RDW, die Streuung der Zellgrößen. Auffällige Werte gehören ärztlich eingeordnet, gern im Vergleich zu früheren Befunden.

Häufige Fragen

Welcher MCV-Wert ist normal?

Das IQWiG nennt für Frauen und Männer über 18 Jahren 80 bis 96 Femtoliter (fl). Anders als bei Hämoglobin, Hämatokrit und der Erythrozytenzahl ist der Bereich hier für beide Geschlechter identisch. Maßgeblich ist der Bereich, der auf deinem eigenen Befund steht.

Was bedeutet ein zu niedriges MCV?

Die roten Blutkörperchen sind dann im Mittel zu klein; eine Blutarmut mit niedrigem MCV nennen Fachleute mikrozytär. In der Regel enthalten die Zellen laut IQWiG dann auch weniger Hämoglobin. Meist ist ein Eisenmangel die Ursache — ohne Eisen kann der Körper kein Hämoglobin herstellen. Seltener stehen angeborene Krankheiten wie eine Thalassämie dahinter, oder Infektionen und Erkrankungen der Nieren oder des Knochenmarks.

Was bedeutet ein zu hohes MCV?

Die roten Blutkörperchen sind dann zu groß; Fachleute sprechen von einer makrozytären Blutarmut. Die häufigsten Ursachen sind laut IQWiG ein Vitamin-B12- oder ein Folsäuremangel. Daneben nennt die Quelle Erkrankungen, die die Blutbildung stören, manchmal eine Magenerkrankung, übermäßigen Alkoholkonsum und bestimmte Medikamente wie Methotrexat oder die Antibabypille.

Kann das MCV normal sein, obwohl etwas nicht stimmt?

Ja, denn das MCV ist ein Mittelwert. Sind gleichzeitig zu kleine und zu große rote Blutkörperchen im Blut — etwa bei einem Eisenmangel und einem Vitamin-B12-Mangel zusammen —, können sich die beiden Abweichungen in der Rechnung aufheben. Für genau diesen Fall gibt es die RDW, die die Streuung der Zellgrößen beschreibt. Deshalb wird das MCV nie allein gelesen, sondern mit Hämoglobin, MCH und den übrigen Blutbild-Werten.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): MCV (mittleres Zellvolumen) — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Hämatokrit — gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 20.03.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen — gesundheitsinformation.de. 02.04.2025. Zur Quelle(öffnet in neuem Tab)

Clamira Redaktion · Redaktionell erstellt

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